Im gemütlichen Haar-Biotop

- Tim Storys "Barbershop" dürfte ein Film sein, nach dem sich viele Kinogänger sehnen: Obwohl neben Ice Cube noch eine Reihe weiterer Stars der schwarzen Pop-Szene mitspielen, handelt es sich um eine im besten Sinne altmodische Kinokomödie im Stil von "Smoke" oder eines Woody-Allen-Films.

Mit viel Liebe erzählt der Streifen von einem Wintertag in einem kleinen Herrenfriseursalon in der South Side von Chicago. Seit Generationen vererbt, droht nun der Verkauf. Das wollen die Kunden nicht zulassen, denn ihr Salon ist ein lieb gewordenes, unersetzliches, soziales Biotop, und man lernt, dass der Herrenfriseur im Leben der US-Schwarzen einen weit höheren Stellenwert besitzt, als in Europa.

Vor dem erwartbaren Happy End wird man 90 Minuten lang Zeuge des Alltagslebens an diesem Ort. Skurrile Figuren werden vorgestellt, in ihren liebenswerten Eigenheiten, kleinen Schwächen und versteckten Stärken. Man lacht über Running Gags und gute Witze, und fühlt sich ein in die warmherzig-melancholische Atmosphäre, die den Film prägt. Noch Stunden könnte es so weitergehen, zumal das Spiel von Ice Cube (als Friseurbesitzer Calvin), Sean Patrick Thomas (als schnöseliger Lehrling Jimmy), der berühmten Sängerin Eve (als Terri, der einzigen Frau in diesem Männerladen) und den meisten anderen außerordentlich gut gefällt.

"Barbershop" wirkt allerdings gar nicht über Bilder sondern ganz über Dialoge, und könnte auch ein Theaterstück sein. Insofern bleibt es filmisch etwas dürftig, trotzdem dürfte auch für junge Hip-Hop-Fans gerade die Originalversion reizvoll sein, um ihren Stars einmal ganz anders zu begegnen. (In München: Marmorhaus.)

"Barbershop"

mit Ice Cube, Cedric the Entertainer, Eve

Regie: Tim Story

Sehenswert

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