Um Gerechtigkeit kämpfen

- John Grisham ist ein pessimistischer Moralist. Seine im Kino beliebten Romane sind von einer Grundhaltung geprägt, die man als pathetische Desillusionierung bezeichnen kann: Gerade weil er nicht vom grundsätzlichen Sieg des Guten, sondern von dessen regelmäßigem Scheitern überzeugt ist, dämpft Grisham jede idealistische Erwartung und fordert sie doch heraus. Gerechtigkeit, wenn sie überhaupt eine Chance hat, muss immer neu erkämpft werden, und der gute Einzelne kann immer auf einen Erfolg hoffen, wenn es auch nie ein endgültiger sein wird.

<P>In Gary Fleders "Das Urteil - Jeder ist käuflich" geht es um die Arbeit der Berater, jener psychologisch geschulten Juristen, die auf die Auswahl der Geschworenen und später auf deren Beeinflussung spezialisiert sind. Schnell werden die beiden Antagonisten eingeführt: Dustin Hoffman ist der anständige Anwalt der Witwe eines Amoklauf-Opfers, Gene Hackman der "böse" Berater der verklagten Waffenindustrie. </P><P>Vor allem Hackman ist ganz und gar großartig als lebensweiser, kalter Zyniker und Kontroll-Freak, der seine Menschenkenntnis in den Dienst der falschen Sache stellt. Zum wahren Helden und Repräsentanten des Grisham'schen Gerechtigkeitspathos' wird der von John Cusack gespielte Nicholas Easter. Als "U-Boot" versucht er, mit Hilfe seiner Freundin Marlee (Rachel Weisz), nicht weniger taktierend und kaum weniger zynisch, aber letztlich nicht für Geld, sondern für bessere Zwecke, die Geschworenengruppe von innen zu beeinflussen. <BR><BR>Gary Fleder war genau der richtige Regisseur, um dieser etwas glatten Story Doppelbödigkeit zu verschaffen. Geschickt nutzt er vor allem in der ersten Hälfte Atmosphären und Klischees des Schauplatzes New Orleans, um seinen Figuren immer wieder Momente der Verlorenheit zu geben, sie in kleine, dunkle, unübersichtlich verhängte Ecken zu drängen. Immer wieder wandelt sich der Gerichtsfilm zum Paranoiathriller. Auch gönnt Fleder seinen Darstellern viele gute Szenen: Zu den Höhepunkten gehört ein konspiratives Treffen zwischen Hackman und Hoffman in einer Herrentoilette.<BR><BR>Indem er mit den Mitteln des Populärkinos eine scharfe Anklage gegen die scheinheilige US-Waffenindustrie formuliert, hat der Film auch eine politische Botschaft. </P><P>"Das Urteil - Jeder ist käuflich"<BR>mit Dustin Hoffman, Gene<BR>Hackman, John Cusack<BR>Regie: Gary Fleder<BR>Hervorragend </P>

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