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Am Drehset (v.l.): Wolfgang Thaler (Kamera), Regisseur Frederick Baker, Nikolaus Paryla und Gerhard Polt

Interview zum Film "Und Äktschn!"

Regisseur: So war mein Dreh mit Polt

München - Der Trailer zum Polt-Film "Und Äktschn!" läuft in den Kinos – und sieht gut aus. Wir sprachen mit dem Regisseur, Frederick Baker (48): So war mein Dreh mit Gerhard Polt.

Der Trailer zum Polt-Film "Und Äktschn!" läuft in den Kinos – und sieht gut aus. Im Januar, Februar oder März 2014 kommt die neue Tragikomödie des 71-Jährigen auf die Leinwand. Wir sprachen mit dem Regisseur, Frederick Baker (48): So war mein Dreh mit Gerhard Polt.

Herr Baker, schön, dass es so kurzfristig mit dem Interview klappt …

Frederick Baker: Jetzt brauch ich allerdings erst mal einen Tee. Einen englischen PG Tips. Was eigentlich eine Lüge ist, weil er aus Indien kommt.

Sind Sie denn auf der Insel geboren?

Baker: Nein, in Salzburg, aber ich bin in London aufgewachsen. Ich bin ein bekennender Mischling. Studiert habe ich in Cambridge.

Wie war das Rudern?

Baker: Nein, nein. Ich bin kein Frühaufsteher.

Klingt schwierig bei Dreharbeiten …

Baker: Das ging schon. Mit viel Tee und Kaffee – und es dauert eh immer, bis es wirklich losgeht.

Zum Film: Polt spielt einen Regisseur, und Sie führen tatsächlich die Regie. Eine besondere Herausforderung?

Baker: Nein, ich sehe mich als Regisseur immer als eine Art Coach, als Löw oder Guardiola. Dieser Dreh war auch deshalb besonders witzig, weil ich viel über mich selbst lachen musste. Der Film ist eine schöne Persiflage auf den Regisseur-Beruf an sich.

Konnte Polt sich viel von Ihnen abschauen?

Baker: Was Polt spielt, ist Polt pur. Ein paar kleine Tipps konnte ich ihm geben, aber er ist so ein erfahrener Schauspieler: Wenn er eine Rolle drauf hat, dann passt’s, dann weiß er intuitiv, wie’s geht.

Wie kam’s zur Film­idee?

Baker: Ich hatte die Uridee einer Art „making of“. Die Zusammenarbeit mit Polt war umfassend, wir trugen die Idee ja schon viele Jahre mit uns. Und bei den Dreharbeiten sieht er sich ja jeden Schnitt an, was ich äußerst schätze.

Warum hat’s nach „Germanikus“ so lange gedauert, bis Polt wieder Kino machte?

Baker: Ich war damals nicht dabei, aber es war ja nicht unbedingt sein Film. In Und Äktschn! hat er eine viel größere Rolle. Zudem füllt er spielend die Bierhallen oder das Burgtheater. Er macht nur das, worauf er Lust verspürt.

Wie war die Atmosphäre am Set?

Baker: Wir haben halt einfach eine Gaudi g’habt, vor und hinter der Kamera.

Wie sah die Gaudi hinter der Kamera aus, nach Drehschluss in Salzburg?

Baker: Mei, wir haben ja nicht die Zeit gehabt, um die Stadt unruhig zu machen. Und kalt war es auch, 10 bis 15 Grad minus waren schon drin. Aber wenn wir nach dem Abendessen den Tag Revue passieren ließen und für den nächsten Tag planten, war das schon eine Sache. Und ich habe den Gerhard auf den Geschmack von Single Malt gebracht. Ich habe schottische Vorfahren. Jeden Abend ließ ich eine gute Flasche Islay-Whisky im Team kreisen.

Ein teurer Spaß …

Baker: Wir haben ungefähr eine Woche lang an einer Flasche getrunken. Nur in kleinen, feinen Dosen.

Tun Sie auch ein Tröpfchen Wasser dazu? Das soll den Geschmack angeblich noch ein bisserl intensivieren.

Baker: Das können wir ja beim nächsten Film machen.

Steht denn was Konkretes an?

Baker: Ein Schritt nach dem anderen. Jetzt schauen wir erst mal, ob der Film sein Publikum findet. Den Film kann man öfter anschauen, weil Gerhard so viele feine Sachen hineingeflochten hat. Und wer es noch mehr genießen will, kann es auch, in aller Ruhe, als Buch haben. Das Skript kommt bei Kein & Aber zum Filmstart auf den Buchmarkt.

Ab wie vielen Zuschauern ist der Film für Sie kommerziell ein Erfolg?

Baker: Das geht nicht in Zahlen. Bei einem guten Film ist’s wie bei einem Single Malt: Der braucht auch Weile, um sich voll zu entfalten.

Interview: Matthias Bieber

Darum geht's im Film - und sie spielen mit

Gerhard Polt spielt in Und Äktschn! einen leidenschaftlichen Amateurfilmer, der dafür Kopf und Kragen (und seine Familie) riskiert. Ziel: Hitler ganz privat zu dokumentieren.

Mit dabei sind Gisela Schneeberger, Maximilian Brückner (Fotos), Robert Meyer, Michael Ostrowski, Olaf Krätke und, nach Kehraus, wieder Nikolaus Paryla. Das Drehbuch stammt von Regisseur Baker und Polt. Die Drehzeit war denkbar kurz: 24 Tage.

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