Glubschäugiger Gefährte

- Ein VW-Käfer der lebt - wenn man diese Prämisse akzeptiert, dann ist "Herbie" für solide Unterhaltung immer gut. Als "toller Käfer" brauste das runde, glubschäugige Gefährt einst durch eine Hand voll Filme, sympathisch und fröhlich eckte es nirgendwo an. Die beseelte Maschine - dieser seit der Antike immer zeitgemäß variierte kulturelle Topos, erhält hier seine fürs Automobilzeitalter angemessene Variante.

 "Herbie" bewies, dass Maschinen keine bloßen Objekte menschlicher Herrschaft sind, sondern widerständig, dass sie den Menschen, der ihr Benutzer ist, umgekehrt an sich anpassen.

Genau das passiert auch in "Herbie Fully Loaded": Auf dem Schrottplatz wird das Auto gerade noch von der jungen Maggie (Lindsay Lohan) vor der Zerstörung gerettet - das Geschenk des Vaters (Michael Keaton) zum Schulabschluss. Einst wollte Maggie Rennfahrerin werden, doch weil die Mutter starb, will ihr Vater eine entsprechende Karriere der Tochter mit allen Mitteln verhindern.

Beseelte Maschine

Es kommt, wie es kommen muss: Maggies Ambitionen werden ausgerechnet durch Herbie wieder geweckt. Ihr Denken lenkt den tollpatschigen, aber hochbegabten Wagen. Das mag man esoterisch finden, es führt aber zu vielen Lachern, bis am Schluss der arrogante Konkurrent Trip (Matt Dillon) besiegt wird. Insgesamt ist "Herbie Fully Loaded" ein typisches Disney-Industrieprodukt "für die ganze Familie". Biedere, aber kurzweilige Unterhaltung, die die Regisseurin Angela Robinson - sie arbeitete als Assistentin für Spike Lee - durch dynamische Inszenierungseinfälle bereichert. Negativ fällt allerdings die Unmenge an dreister Werbeplatzierung auf, die man als Schleichwerbung schon gar nicht mehr bezeichnen kann.

>> alle Filme, alle Kinos auf einen Blick bei munich online 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

M’Barek: Karriere? „War bestimmt auf eine gewisse Art benachteiligt“
Am heutigen Sonntag feierte der letzte Teil von „Fack ju Göhte“ Premiere – Anlässlich dessen blickt Hauptdarsteller Elyas M’Barek zurück und erzählt von seinem …
M’Barek: Karriere? „War bestimmt auf eine gewisse Art benachteiligt“

Kommentare