Goldener Bär für chinesischen Film "Tuyas Ehe"

- Berlin - Der chinesische Film "Tuyas Ehe" hat Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin gewonnen. Das gab die Jury der 57. Berlinale unter Vorsitz des US-Regisseurs Paul Schrader bekannt. Der poetische Film von Wang Quan'an, der sich überraschend im Wettbewerb durchsetzte, schildert den schweren Alltag einer nach Selbstständigkeit strebenden Frau in der Inneren Mongolei.

Die Deutsche Nina Hoss (31) wurde mit dem Silbernen Bären als beste Schauspielerin geehrt. Hoss wurde für die Titelrolle in Christian Petzolds Drama "Yella" geehrt. Der Film erzählt vom Schicksal einer Ostdeutschen, die im Kapitalismus Fuß fassen will und scheitert.

Der argentinische Schauspieler Julio Chávez erhielt den Silbernen Bären als bester Schauspieler. Er wurde für seine Leistung in Ariel Rotters Film "Der Andere" über das Suchen und Finden von Identität ausgezeichnet. Auch der Große Preis der Jury ging an "Der Andere". Die Auszeichnung als bester Regisseur erhielt der Israeli Joseph Cedar für seinen Film "Beaufort". Das Drama erzählt von der letzten Militäreinheit Israels, die vor dem Abzug aus dem Libanon im Jahr 2000 im Süden des Landes stationiert war.

Das Schauspielerensemble von Robert De Niros Film "Der gute Hirte" wurde mit einem Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet. In De Niros CIA-Thriller spielen unter anderem die Hollywoodstars Matt Damon, Angelina Jolie und die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck.

Der Gewinner-Film "Tuyas Ehe" erzählt von einer Familie, die darunter leidet, dass der Vater nach einem Unfall behindert und nicht mehr arbeitsfähig ist. Pragmatisch entscheidet der Mann, dass die Ehefrau Tuya sich einen neuen Gatten suchen soll, um den Lebenserhalt der Familie zu sichern.

Der in sehr ruhigen Bildern erzählte Film entwickelt seine Sogkraft aus einer geschickten Balance von Humor und Tragik. Besonders beeindruckt das Spiel der Hauptdarstellerin Yu Nan. Der Film beschwört vor allem die Kraft der Frauen, selbst schwierigste Situationen zu bewältigen.

Insgesamt 22 Filme aus aller Welt konkurrierten im offiziellen Berlinale-Wettbewerb. China war mit insgesamt zwei Filmen vertreten. Es ist der dritte chinesische Bären-Gewinner. 1993 gewann "Die Frauen vom See der duftenden Seelen" von Xie Fei, 1988 "Rotes Kornfeld" von Zhang Yimou.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) würdigte den Gewinner-Film "Tuyas Ehe" als "einen virtuos erzählten Beitrag aus einer archaischen Welt". Ganz besonders gratulierte er Bären-Gewinnerin Nina Hoss: "Sie hat sich zu Recht gegen eine hochkarätige Konkurrenz durchgesetzt und verdient diesen großartigen Erfolg." Die Entscheidung sei ein weiteres Beispiel für das internationale Renommee deutscher Schauspielerinnen und Schauspieler.

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