Golden-Globe-Gala fällt aus wegen Autorenstreiks in Hollywood

Los Angeles - Die Veranstalter der Golden-Globe-Verleihung in Hollywood haben wegen des anhaltenden Streiks der Drehbuchautoren ihre beliebte Galashow in diesem Jahr abgesagt.

Die für diesen Sonntag (13. Januar) geplante TV-Show zur Vergabe der Preise, die sonst viele Stars auf den Roten Teppich und Millionen Menschen an die Bildschirme lockt, wird durch eine einstündige Pressekonferenz ersetzt, teilten die Organisatoren vom Verband der Auslandspresse (HFPA) am Montag in Los Angeles mit. Der US-Sender NBC werde die eher glanzlose Bekanntgabe der Gewinner am Sonntag im Rahmen seines Nachrichtenprogramms übertragen.

Die Golden Globes werden jährlich im Januar in 25 Kategorien für Film und Fernsehen verliehen. Sie gelten traditionell als heißer Tipp für die Vergabe der Oscars Ende Februar. "Wir sind sehr enttäuscht, dass unsere traditionelle Preis-Zeremonie in diesem Jahr nicht stattfinden wird, und dass Millionen Zuschauer weltweit nicht miterleben können, wie viele der beliebtesten Stars ihre besonderen Verdienste um Film und Fernsehen des Jahres 2007 feiern", sagte der HFPA-Vorsitzende Jorge Camara. Auch die meisten der gesellschaftlich wichtigen Partys in der Globe-Nacht von Studios und TV-Anstalten wie Warner oder HBO wurden abgesagt, berichtete das Fachblatt "Variety".

Zu nominierten Stars zählen in diesem Jahr unter anderem Cate Blanchett, Angelina Jolie, Keira Knightley, George Clooney, Daniel Day-Lewis, Denzel Washington, Johnny Depp, Tom Hanks sowie zahlreiche Fernsehschauspieler. Die Nominierungen waren im Dezember bekanntgegeben worden.

Die Golden-Globe-Veranstalter von der HFPA hatten sich nach eigenen Angaben mit den seit Anfang November streikenden Drehbuchautoren um eine Lösung für die Übertragung der Gala bemüht. Aus Solidarität mit den Autoren hatte die einflussreiche Schauspielergewerkschaft SAG vergangene Woche angekündigt, dass die nominierten Stars die Film-Gala boykottieren wollten. Auch die Moderatoren wollten demnach fernbleiben. Die Autorengewerkschaft WGA hatte zuvor angekündigt, ihre Autoren würden bei der Gala protestieren, weil die Produktionsfirma der Gala eines der bestreikten Unternehmen ist.

Mehrere tausend amerikanische Drehbuchautoren für Film und Fernsehen sind seit etwa elf Wochen im Streik. Ihre Gewerkschaft fordert eine höhere Beteiligung an DVD-Tantiemen sowie den Einnahmen bei neuen Medien wie dem Internet. Einen Streik wie diesen gab es seit den 80er Jahren nicht mehr. Inzwischen gehen einige Firmen und Shows wie zum Beispiel Starmoderator David Letterman zu Sonderregelungen mit ihren Autoren über.

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