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Zurück zur Natur! Im idyllischen Hampstead Park in Londons Nobelviertel kommen sich Emily (Diane Keaton) und Donald (Brendan Gleeson) allen Unterschieden zum Trotz langsam näher.

Romantic Comedy

„Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“: Konventionen? Drauf gepfiffen!

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„Hampstead Park“ erzählt von zwei ungleichen Menschen, die in der zweiten Lebenshälfte noch einmal die Liebe finden.

München - Diane Keaton und Brendan Gleeson – bei der Kombi kann schon mal nicht viel schiefgehen. Sie gibt mal wieder die eigenwillige Amerikanerin in den Wechseljahren, er den wettergegerbten Eigenbrötler. Und weil die schönsten Geschichten immer die sind, in denen ein Funken Wahrheit steckt, verspricht Regisseur Joel Hopkins vorab, dass sein modernes Märchen von wahren Begebenheiten inspiriert ist. Und damit eine Hommage an den im Februar 2016 verstorbenen Iren Harry Hallowes, der von 1987 bis zu seinem Tod in einer ruhigen, versteckten Ecke des Hampstead Parks lebte – in einer schäbigen, selbst gezimmerten Hütte.

So tut es auch Donald Horner (Gleeson). Er hat sich ein Paradies im Londoner Großstadttrubel zwischen Bäumen und Sträuchern geschaffen. Mit den Lenkdrachen, die in Szene eins über die saftig grünen Wiesen steigen und gen Himmel fliegen, nimmt uns Hopkins mit in diese herrliche, scheinbar friedliche Welt. Gleich darauf sehen wir Emily Walters (Keaton), die nebenan im gediegenen Luxusappartement wohnt, wie es so viele in Hampstead gibt, einem der exklusivsten Stadtviertel Londons. Ihr Leben ist dem von Horner diametral entgegengesetzt. Sie tingelt in der oberflächlichen Welt ihrer affektierten Freundinnen von einer Wohltätigkeitsaktion zur anderen – obwohl sie sich das nach dem Tod ihres Mannes, der ihr einen Haufen Schulden hinterlassen hat, eigentlich längst nicht mehr leisten kann.

Es kommt, wie es in romantischen Komödien kommen muss: Emily und Donald lernen sich kennen, durch ihn findet sie zurück zum echten Leben. Zurück – Rousseau würde jubeln – zur Natur! Und sie kämpft an seiner Seite für den Erhalt der Hütte, die Immobilienspekulanten abreißen möchten.

Die Geschichte ist vorhersehbar – aber das macht rein gar nichts. Die warmen Farben, der Wortwitz (Drehbuch: Robert Festinger), das Knistern nicht nur des Lagerfeuers vor Donalds Hütte – alles, was es zu einem Liebesfilm für schmuddelige Herbsttage braucht, können Kinofans hier finden. Und weil der klassische Lichtspiel-Besucher heute nicht mehr Mitte 20 ist, hat Hopkins bewusst darauf gesetzt, von Menschen zu erzählen, die in der zweiten Lebenshälfte angekommen sind – und nun überlegen müssen, wie sie die gestalten wollen. Der Film ist ein Appell, bei diesen Überlegungen auf gesellschaftliche Konventionen und Zwänge zu pfeifen und stattdessen nur einem Weg zu folgen: den, den das eigene Gefühl einem vorgibt. Weil sich nur dadurch ganz neue Welten eröffnen, von denen man früher vielleicht noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Wo, wenn nicht im Kino, könnte man damit beginnen?

„Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“

mit Diane Keaton,
Brendan Gleeson

Regie: Joel Hopkins

Laufzeit: 102 Minuten

Sehenswert 

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Was das Herz begehrt“ mochten.

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