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Erwachsen geworden: Harry Potter (Daniel Radcliffe) hat in „Heiligtümer des Todes“ seine letzten Abenteuer zu bestehen.

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“

Millionen von Harry-Potter-Fans haben dem Film-Finale des Bestsellers entgegengefiebert. Nun ist es so weit. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ kommt ins Kino. Sehen Sie hier den Trailer und Szenenbilder:

Rechtzeitig vor Weihnachten ist es soweit: Der berühmteste Zauberlehrling der Welt gibt sich wieder die Ehre. Zum vorletzten Mal, wenn man seiner Schöpferin Joanne K. Rowling Glauben schenkt. Bislang zumindest bildet der Ziegelstein-dicke Band „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ das Ende der Mär vom Waisenkind, das als Baby knapp dem Tode entging und später gegen den Fürsten der Finsternis antreten muss.

Szenen aus "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"

Szenen aus "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"

Für ihr prachtvoll ausgestaltetes Potter-Universum kombinierte Rowling den klassischen Sagenschatz von Ödipus bis Herkules mit Bibelelementen, Internats-Actionkrimi, Adoleszenz-Love-Story und einem höchst originellen Fantasy-Figurenpersonal. Heraus kam die detailreiche Welt von Hogwarts, von feuerspeienden Drachen und mittelgroßen Riesen.

Diese stimmig abzubilden, war für alle Regisseure die größte Herausforderung. Die Fans und die mit Argusaugen über die Leinwand-Adaptionen wachende Rowling achteten darauf, dass in den Filmen die Bücher nachbuchstabiert wurden – meist nicht zum Wohle des Films. Denn der Spannungsbogen eines Romans lässt sich nicht eins zu eins fürs Kino bannen, dessen Dramaturgie eine andere ist. Was geschieht, wenn man das ignoriert, zeigten die beiden jüngsten Potter-Filme.

Doch Regisseur David Yates durfte auch bei „Die Heiligtümer des Todes“ erneut ran. Bewährt wortgenau nähert er sich dem Opus. Das Abschlusswerk in zwei Spielfilme aufzuteilen, war allein aus marketingtechnischen Gründen höchst clever. Aber auch aus dramaturgischen Erwägungen. Trotzdem ist „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1“ noch zu lang. Die Actionsequenzen und das für kleinere Kinder deutlich zu düstere Ambiente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Yates so viel in seine zweieinhalb Stunden hineingepackt hat, dass sogar den Potter-Kennern der Kopf schwirrt.

Bilder der Premiere

Bilder: Die Premiere von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"

Wie üblich wird auf eine ausführliche Einführung neuer Charaktere verzichtet. Denn Seiteneinsteiger dürfte es sowieso nicht mehr geben. Sie hätten auch keine Chance, bestimmte Spannungsmomente erläutert zu bekommen. Für eine subtile Figurenzeichnung bleibt bei all dem Hin- und Hergerenne der erwachsen gewordenen Helden Harry (Daniel Radcliffe), Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) ohnehin keine Zeit. Die alte Frau in Godric’s Hollow, das Teetrinken mit Luna Lovegoods Vater (Rhys Ifans) – so unvermittelt die Ereignisse auftauchen, so rasch sind sie vorüber. Man kann nur vermuten, wie viele sinnstiftende Filmminuten da am Ende im Schneideraum geopfert wurden.

von Ulrike Frick

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