Heike Makatsch spielt die Knef

Berlin - Sie wurde verachtet und vergöttert, sie war verruchte Sünderin und ein Hollywoodstar. Hildegard Knef kämpfte sich im Nachkriegsdeutschland mühselig nach oben und feierte schließlich als Schauspielerin, Musicaldarstellerin und Chansonssängerin weltweit Erfolge.

Nun wird das turbulente Leben der Berlinerin (1925-2002) mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt. "Es ist aufregend und spannend, eine Frau darstellen zu können, die in ihrer ganzen Entwicklung so parallel zu der Entwicklung Deutschlands nach dem Krieg steht", sagte Makatsch am Mittwoch in Berlin. "Es ist eine Figur, die zum Teil stellvertretend für unser Land mit all seinen Höhen und Tiefen gesehen werden kann."

Allein schon deswegen scheint der Film "Hilde" ein Großprojekt zu sein. Nach mehr als zweijähriger Vorbereitung starten die Dreharbeiten nun kommenden Dienstag mit Darstellern wie Dan Stevens, Monica Bleibtreu und Michael Gwisdek in Magdeburg, dann geht es für die Filmcrew weiter nach Berlin, Nordrhein-Westfalen und Südafrika. Auf dem Drehplan stehen dabei Knefs erste Jahre in Berlin sowie ihr Aufstieg in Hollywood. Witwer Paul von Schell zeigte sich bei der Vorstellung sehr glücklich, dass es nun einen Film über "Hilde" gibt. "Ich wusste immer, eines Tages wird es was werden."

Die größte Herausforderung besteht dabei sicherlich darin, dem Leben des Weltstars auch nur annähernd gerecht zu werden. Schließlich glich Knefs Leben einem unaufhörlich dahinrasenden Auf und Ab: Den Zweiten Weltkrieg überlebte sie nur knapp, wurde dann mit ihrer Rolle in dem ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" gefeiert - um wenige Jahre später mit einer kurzen Nacktszene in "Die Sünderin" im prüden 50er-Jahre-Deutschland in Ungnade zu fallen.

Für Regisseur Kai Wessel ("Die Flucht") ist das Leben "der Knef" daher toller Kinostoff: "Hilde hat nie in vorgefertigte Formate gepasst", sagt er. "Sie hat immer das Große gesucht, sie hat immer versucht, zu bewegen und wahrhaftig zu sein." Makatsch ergänzt: "Es steckte viel Ambivalenz in ihrem Leben: Sie war selbstbewusst und bedürftig, sie hatte etwas Laszives und etwas Hartes."

Deswegen sei es ihr teilweise auch schwer gefallen, einen Zugang zu Knef zu finden. "Ich habe sehr viele Filme mit ihr gesehen, Fotos angeschaut und Bücher gelesen", erzählt die 36-Jährige. "Doch irgendwann habe ich gemerkt: Ich muss meine eigene Knef finden." Dabei hätten ihr vor allem Chansons wie "Für mich soll's rote Rosen regnen" geholfen. "Die Lieder haben mich in ihr Herz blicken lassen", sagte Makatsch. "Dabei habe ich viele Facetten von ihr gesehen."

Doch Makatsch hörte sich nicht nur die Songs an, sie nahm auch Gesangsunterricht und übte die Knef-Klassiker. "Eine Stimme wie Hilde habe ich leider nicht", berichtet die ehemalige Viva-Moderatorin. "Aber ich habe gemerkt, auch ich habe eine tiefe Stimme." Schmunzelnd fügt sie hinzu: "Mittlerweile glaube ich, dass das alles ganz adäquat geworden ist!"

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