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Held ohne Kuss

- Will Smith ist neben Denzel Washington und Morgan Freeman der bekannteste schwarze Darsteller im US-Kino. Begonnen hat er in den 80er-Jahren als Musiker. Dafür opferte der begabte Mathematikschüler sogar ein Stipendium für das renommierte "Massachusetts Institute of Technology". Seine Schauspielkarriere begann mit der TV-Serie "The Fresh Prince of Bel-Air", in der Smith sechs Jahre lang die Hauptrolle spielte. Den Kino-Durchbruch erlebte er 1996 mit Roland Emmerichs "Independence Day". Ab morgen ist der 36-Jährige in dem Science-Fiction-Actionfilm "I, Robot" zu sehen.

<P>Der Film zeigt eine Welt, in der jeder Mensch einen Privatroboter besitzt. Welche Art Roboter hätten Sie am liebsten zu Hause?<BR>Smith: Einen Golfcaddie! Der mir sagt, wie weit es zum Loch ist, wann die Schläger brechen, wie ich um die blöden Bäume herumkomme. Ich würde einen Roboter als Lehrer benutzen, zum Beispiel auch für Schach. Ich bin ein richtiger Schachfreak.</P><P>Die Vorlagen zum Film sind die berühmten Kurzgeschichten von Isaac Asimov. Was hat Sie an diesem Stoff fasziniert?<BR>Smith: Die beste Science-Fiction ist voll echter Wissenschaft. Asimov hat geniale Konstrukte geschrieben. Es geht um die Arroganz der Menschen, die glauben, alles kontrollieren zu können. Zugleich enthält der Film einige brillante Visionen von unserem Leben in der Zukunft.</P><P>Die Liebesgeschichte wird nur angedeutet . . .<BR>Smith: In einem großen Blockbuster muss der Held eigentlich am Ende das Mädchen küssen. Aber mein Regisseur Alex Proyas ist ein unglaublicher Science-Fiction-Fan. Er wollte nicht, dass irgendetwas vom Kern der Story ablenkt.</P><P>Es hat also nichts mit Ihrer Hautfarbe zu tun - man sieht in Hollywood-Produkten fast nie Schwarze eine weiße Frau küssen.<BR>Smith: Nein, ich denke, das hätte schon passieren dürfen. Aber natürlich, es gibt weiterhin Rassismus. Genau wie Sexismus, wie Klassenverhältnisse. Der Vorteil daran ist: Man erkennt seine Feinde. Mir ist bewusst, dass die meisten Studio-Bosse weiß sind. Sie erzählen Geschichten über Leute, die so sind wie sie. Sie kennen schwarze Lebensverhältnisse viel zu wenig. Mein Job ist, solche Vorurteile, die den Beteiligten oft gar nicht einmal bewusst sind, abzubauen.</P><P>Was suchen Ihre Fans, wenn sie in einen Will-Smith-Film gehen?<BR>Smith: Hoffnung. Ich kenne keinen anderen Schwarzen, der je im Kino die Welt retten durfte! Oder nehmen sie "Ali". Dieser Film war für mich perfekt, weil kein einziger Mensch auf der Welt glaubte, dass ich Muhammad Ali spielen könnte. Sogar meine Mutter meinte besorgt: "Baby, bist du sicher?" Weil ich das geschafft habe, habe ich diese Art von Hoffnung auf eine neue Stufe gestellt. Vergleichbar damit ist für mich nur Rap-Musik. Diese Musiker sind so frei! Ich sehe sie und denke: Hey verdammt! So warst du auch mal. Die sagen wirklich, was sie wollen. Da musst du wieder hin: Wo ein Ort ist, wo du tust, was du willst - egal ob es anderen gefällt.</P><P>Sie waren ja mal ein erfolgreicher Musiker. Fühlten Sie sich damals freier?<BR>Smith: Es gibt Zeiten, da interessiert es einen mehr, Erfolg zu haben oder cool zu wirken, als frei zu sein. Ich wünsche mir, wieder zu dem Punkt zurückzukommen, wo es nur darum geht, ich selber zu sein. Aber eines Tages bin ich den Leuten egal. Heute nicht, das genieße ich und mache das Beste daraus. Ich weiß, dass es irgendwann heißt: Der war mal groß.</P><P>"I, Robot" ist auch eine politische Metapher: Gezeigt wird eine totalitäre Zukunftswelt. Können Sie sich eine ähnliche Entwicklung für Ihr eigenes Land vorstellen?<BR>Smith: Schauen Sie sich die Geschichte an. Wir wissen, was mit dem ägyptischen Imperium passiert ist, mit dem Römischen Reich, mit Byzanz . . . Alle Imperien gehen den gleichen Weg. Die Frage ist, wie die Politiker der USA mit diesen Tatsachen umgehen, wie gut sie das begreifen. Dafür wird es langsam Zeit.</P><P>Andere Kollegen engagieren sich politisch. Kamen Sie je in Versuchung?<BR>Smith: Politik spiegelt die Gesellschaft und ihre Menschen wider. In Amerika ist unser größtes Problem die Apathie. Für mich ist das Wichtigste, die Leute dazu zu bringen, dass sie sich informieren. Wir haben Zugang zu allen möglichen Informationsquellen. Wir müssen einfach etwas besser aufpassen. Dann richtet sich die Politik auch nach den Leuten.</P><P>Das Gespräch führte Rüdiger Suchsland</P>

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