Herr und Hund

- Yukon - Kanada: Kalt und unwirtlich ist der Canyon, über den die Kamera fährt; tiefer Schnee, grauer Fels, ab und zu ein paar Baumspitzen; ein gefrorener Fluss - menschenleer: bis ganz klein in der Tiefe ein Hundeschlitten erscheint. Solche Bilder brauchen keine Worte, keine gescheiten Erklärungen, keinen Kommentar. Das Brausen des Windes, eine Indianertrommel und eine Flöte genügen völlig als musikalische Untermalung.

Man sieht den Mann in Harmonie mit seinen Huskys. Der Leithund ist für ihn ein gleichwertiger Gefährte. Wie zwei Partner beobachten Herr und Hund von einem sicheren Versteck aus den Zug der Elche, kontrollieren die Fallen, fahren im Herbst mit dem Kanu den Fluss hinunter und verfolgen das Wild.

Der wunderschöne Halbdokumentarfilm des Abenteurers und Regisseurs Nicolas Vanier zeigt einen wilden Norden, wie es ihn schon beinahe nicht mehr gibt: Einige der Requisiten des Films mussten aus dem kanadischen Heimat- und Trappermuseum entliehen werden. Bären, Wölfe und Luchse wurden dressiert. Dadurch wirkt der Film auch so frappierend menschlich. Echt dagegen ist das menschliche Personal. Norman Winther ist in der Tat einer der letzten kanadischen Pelztierjäger, seine Frau ist die Nahinni-Indianerin Nebraska, sein Nachbar ist Alex. Wunderbar sind auch die Dialoge. In 90 Minuten Filmhandlung fällt kein einziges böses Wort. Da die Menschen mit der Natur zu kämpfen haben, halten sie zusammen. Streit oder Konflikte sind für sie Fremdworte. Schon aus dieser Sicht ist ein Besuch des Films eine Erholung.

Aber er lehrt uns auch, so genannte Kleinigkeiten wieder zu schätzen. Man begreift den Wert eines Feuers, man fühlt die Wohltat eines Stücks Brotes. Nichts ist in dieser Welt selbstverständlich. Der Film beschäftigt sich aber auch mit der fortschreitenden Bedrohung dieser letzten Naturparadiese durch die menschliche Zivilisation und versteht sich als engagiertes Plädoyer für den Naturschutz. In diesem Zusammenhang wurde er zusammen mit einem Buch herausgegeben. Die großartigen Bilder dieser einmaligen Landschaft und ihrer auch heute schon stark gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt sprechen für sich.

"Der letzte Trapper"

mit Norman Winther, May Loo

Regie: Nicolas Vanier

Hervorragend

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