Hilfreiche Vampirette

- Auf der Nachtseite der Welt hausen Vampire und Werwölfe. Seit Jahrtausenden führen sie einen Vernichtungskrieg gegeneinander. Da dieser bei aller Brutalität doch gewissen Regeln unterliegt, blieben die Menschen bislang unberührt. Doch eines Tages begannen die Werwölfe, einen Menschen zu jagen. Hier setzte Len Wisemans Regiedebüt "Underworld" ein. Zwei Jahre später folgt die Fortsetzung des Noir-Horrors, der zum Kultfilm avancierte und das Fünffache seiner Produktionskosten einspielte.

Wie sein Vorgänger liefert "Underworld: Evolution" coole, stilvolle Szenen und Action im "Matrix"-Stil. Man sieht, dass Wiseman als Produktiondesigner begonnen hat. Wieder handelt es sich um einen Endzeitthriller. Die Vampire jagen ihre Artgenossin Selene (Kate Beckinsale), nachdem diese sich auf die Seite des anderen, der Werwölfe, geschlagen hat. Nur mit Hilfe des Hybriden Michael (Scott Speedman), halb Werwolf, halb Vampir, kann sie entkommen. Bei der Suche nach einer Lösung des Konflikts stößt sie bald auf eine Bedrohung, die die ganze Welt und das Überleben der Menschheit betrifft. In einem wüsten Kampf versucht die Heldin, den Weltuntergang - drunter geht's nicht - abzuwenden.

"Underworld: Evolution" entfaltet ein fantasievolles, apokalypisches Szenario voll dunkler Poesie. Wie schon die biblische Apokalypse lebt auch dieser Film ganz von Bildern, von der düsteren Pracht seiner Untergangsvisionen und der geheimen Faszination, die diese ausstrahlen. Wer dafür keinen Sinn hat, wer noch nicht einmal ahnt oder ahnen will, dass hier auch verdrängte Ängste unserer Zivilisation ausgelebt werden, sondern Realismus oder gar Handlungslogik einfordert, für den ist das Ganze nichts. Wer aber überlebensgroßen Gesten, der Grandeur der Szenerie und dem Stilbewusstsein der Macher etwas abgewinnen kann, für den ist "Underworld: Evolution" ein Muss.

Der dritte Teil ist bereits abgedreht.

(In München: Marmorhaus, Gabriel, Mathäser, Cinema i.O.)

"Underworld: Evolution"

mit Kate Beckinsale, Scott Speedman, Derek Jacobi

Regie: Len Wiseman

Hervorragend

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