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Martin Freeman spielt Bilbo Beutlin. Der Hobbit erlebt mit 13 Zwergen und Zauberer Gandalf haarsträubend-harte Abenteuer. Auf dem Foto oben allerdings ist Idylle pur im Elbenland angesagt

Deutschland-Premiere am Mittwoch

"Hobbit": Film-Kritik zum Kino-Spektakel

Berlin - Neun Jahre ist die Rettung von Mittelerde her. Peter Jacksons Verfilmung des Tolkien-Klassikers „Der Hobbit“ bringt die epische Märchenwelt nun zurück auf die Leinwand. Die Kritik zum Kino-Spektakel des Jahres.

Mal ehrlich, so richtig konnte man sich von diesem fantastischen Kosmos nicht verabschieden. Der Ring war vernichtet, Sauron besiegt, aber der Hunger nach wuchtig bebilderten Geschichten noch lange nicht gestillt. Unzählige kaputt gespielte DVDs beweisen das. Am Überdruss des Publikums kann die „Hobbit“-Trilogie von Regisseur Peter Jackson also nicht scheitern. Wie der erste Teil „Eine unerwartete Reise“ zeigt, ist ein Scheitern auch sonst eher unwahrscheinlich.

Die Geschichte spielt genau 60 Jahre vor dem „Herrn der Ringe“. Bilbo Beutlin (Martin Freeman), Frodos noch taufrischer Onkel, macht sich im Auenland einen ruhigen Lenz – bis ihn eines Abends 13 Zwerge aufsuchen. Die sind vom Drachen Smaug um ihren Goldschatz gebracht und aus ihrer Heimat vertrieben worden. Zauberer Gandalf (Ian McKellen) hat nun Bilbo auserkoren, Zwergenkönig Thorin (Richard Armitage) bei der Rückeroberung des Schatzes zu helfen. Denn Smaug, der auf dem Berg Erebor haust, kann zwar Zwerge riechen, nicht aber Hobbits.

Eine Dreiviertelstunde lässt sich Jackson Zeit, diese unfreiwillige Rekrutierung zu erzählen – inklusive Zwerge-Fressgelage in Bilbos Höhle. Wer mit allzu kritischer Distanz draufschaut, könnte das langatmig finden. Jeder andere amüsiert sich über den anarchischen Auftakt und über Martin Freeman, der die Rolle des völlig überwältigten und irritierten Nicht-Helden einfach großartig spielt.

Dass die epische Endzeit-Stimmung aus „Herr der Ringe“ im „Hobbit“ einem leichteren Ton Platz macht, zeigt sich nicht nur hier. Kurze Zeit später muss Bilbo etwa als Schnäuztuch für einen Troll herhalten. Den Wald-Zauberer Radagast den Braunen (Sylvester McCoy) zeichnet Jackson gar als abgedrehten Aussteiger-Typen, der – wie zweideutig – an seinem „exzessiven Pilzkonsum“ zu erkennen ist.

Humoristische Sequenzen wie diese mögen der Tatsache geschuldet sein, dass „Der kleine Hobbit“ als Kinderbuch gilt. Eine Einordnung übrigens, gegen die sich Tolkien zeitlebens gewehrt hat. Dennoch driftet Jacksons Film-Version nie ins Klamaukige ab. Zu fantastisch sind die Bilder, zu düster die Schlachtszenen – etwa zu Beginn zwischen Zwergen und Orks – und zu ernst die Themen von Heimatlosigkeit und ungewolltem Heldentum.

Sicher, wenn sich die Gesteinsmassen, auf denen die Abenteurer herumkraxeln, plötzlich zum Kampf – Berg gegen Berg – erheben, geht mit Jackson der Effekte-Teufel durch. Die Handlung, mit Riesenspinnen, hobbitfressenden Trollen und sabbernden Orks spektakulär genug, braucht das eigentlich nicht. Wobei solche Bilder, zumal in 3D und mit der neuen HFR-Technik, die 48 statt 24 Bilder pro Sekunde zeigt, durchaus etwas hermachen.

Natürlich bleiben auch Hinweise auf den „Herrn der Ringe“ nicht aus. Gollum ist gewohnt schatzsüchtig, während der Zauberer Saruman (Christopher Lee) – noch – auf der hellen Seite der Macht steht. Weil Jackson diese Verbindung nicht überbetont und der Weltenende-Poesie Humor beimischt, gelingt es ihm, dem „Hobbit“ einen eigenen Ton zu verleihen. Großes Kino.

von Marcus Mäckler

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