Hochglanzmusical in Starbesetzung

- Eine junge Frau träumt von der großen Showkarriere, die sich schließlich auch erfüllt, allerdings weniger durch ihr musikalisches Talent, als vielmehr durch den Mord an ihrem Liebhaber und die guten Beziehungen eines windigen Anwalts, der die Macht der Medien nutzt. Die Geschichte der Roxie Hart, die schon 1942 mit Ginger Rogers verfilmt und in den 70er-Jahren von Bob Fosse unter dem Titel "Chicago" zum erfolgreichen Broadway-Musical umgearbeitet wurde, hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt und wurde nun für die Leinwand auf Hochglanz poliert.

<P>Graue Gefängnis- und glitzernde Glamourwelt</P><P></P><P>Die etwas dröge Bühnenfassung spielt fast ausschließlich im Gefängnis, wo eine Reihe männermordender Damen durch die Gitterstäbe tanzt. Die  spärlichen Handlungsstücke bleiben einem Erzähler überlassen. Um die Geschichte nun spielfilmtauglich zu machen, haben sich Rob Marshall (Regie und Choreographie) und Bill Condon (Buch) eines geschickten Kunstgriffs bedient: Roxie träumt sich ihren Alltag bühnenreif; damit können fast alle Gesangsnummern tatsächlich im Theater stattfinden. So werden graue Gefängnis- und glitzernde Glamourwelt rasant gegeneinander geschnitten, wodurch die gesamte Handlung perfekt durchchoreographiert wirkt.</P><P>René´e Zellweger gibt die verträumte und dabei skrupellos zielstrebige Roxie als eine Art Marilyn-Monroe-Verschnitt (wenn seit Bridget Jones auch sämtliche Kurven weggehungert sind) und überrascht mit beachtlichem Stimmvolumen. Ihre dunkle Gegenspielerin Velma ist Catherine Zeta-Jones, die hier ihr durchaus beeindruckendes Gesangs- und Tanztalent ausspielen darf.</P><P>Richard Gere als Anwalt Billy Flinn fühlt sich auf der Musicalbühne sichtlich wohl, legt einen wunderbar selbstironischen Strip hin und hat auch sonst keine Mühe mit seiner Rolle als charmanter Fiesling. In jeder Hinsicht leinwandfüllend ist die gewaltige Queen Latifah als Gefängnisaufseherin Matron Morton, genannt "Mama".</P><P>Auch wenn inklusive der jazzigen Musik von John Kander und Fred Ebb hier alles in eine etwas gefälligere Form gegossen wurde, ist die bitterböse Ironie des Originals erhalten geblieben. So entgeht dieses vielfach prämierte Hochglanzmusical in Starbesetzung auch der dem Genre anhaftenden Gefahr von Kitsch und bietet handfeste, gute Unterhaltung. (In München: Gloria, Münchener Freiheit, City, Atlantis i. O., Isabella i. O., Cinema i. O., Museum i. O.)</P><P><BR>"Chicago" <BR>mit Renée Zellweger, Catherine<BR>Zeta-Jones, Richard Gere<BR>Regie: Rob Marshall<BR>Sehenswert </P><P><BR> </P>

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