Hommage an Günter Netzer

- Jüngere kennen Günter Netzer als eigenwillig frisierten Fußball-TV-Kommentator. Ältere geraten heute noch ins Schwärmen über den genialen Spielmacher und seine hellsichtigen Pässe. Mit den Jahren wurde der im Vergleich zu Franz Beckenbauer und Wolfgang Overath immer unangepasste Rebell des grünen Rasens ein Idol der Jugend.

<P>Netzer, das war einer, der sich was traute, sich von autoritären Trainern nichts gefallen ließ, sich selbst einwechselte und schnelle Sportwagen fuhr. Eine Biografie hat er auch schon herausgebracht: "Aus der Tiefe des Raumes". <BR><BR>Ebenso lautet der Titel des äußerst amüsanten Films, den Regisseur Gil Mehmert daraus zauberte, angereichert mit fiktiv-märchenhaften Elementen. 1965: Der schüchterne Hans Günther (Arndt Schwering-Sohnrey) ist begeisterter Tipp Kick-Spieler, dessen Spielfigur eines Tages auf Menschengröße heranwächst und zum geistig lethargischen, aber außergewöhnlichsten Fußballer aller Zeiten wird. Mit sanfter Ironie behandelt Mehmert sein Objekt der Begierde. Skurrile Gags montiert er in seine Netzer-Hommage, die sich bezüglich des Tempos dem eher statischen Spiel des als Standfußballer diffamierten Netzer anpasst: Gemütlich-behäbig kommt der Film daher, voller Sympathie für seine Charaktere. <BR><BR>(In München: Atelier, Rottmann). </P><P>"Aus der Tiefe des Raumes"<BR>mit Arndt Schwering-Sohnrey<BR>Regie: Gil Mehmert<BR>Sehenswert </P><P> </P>

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