Hübsch geschmacklos

- Wie schon seine Vorgänger ist auch "Scary Movie 3" eine dreiste, überbordende Parodie anderer Kinofilme jüngerer Zeit, ein grober Spaß, der Geschmack so wenig kennt wie Tabus. Der Film ist tatsächlich oft sehr witzig und lebt von einem anarchischen, schrillen Humor, der nicht nur behauptet, subversiv zu sein, sondern dies tatsächlich ist. Denn "Scary Movie 3", bei dem Klamotten-Veteran David Zucker Regie führte, kann man als Gegengift zu allen allzu harmonieseligen "Familienfilmen" anschauen. Parodiert werden unter anderem "8 Miles", "The Sixth Sense", "Matrix" und "Signs".

<P>Die Hauptfigur Cindy (Anna Faris) muss in der nur fragmentarischen Handlung gegen eine Alien-Invasion kämpfen und die Bedrohung durch ein Killer-Video abwehren. Cindy hat nur noch sieben Tage zu leben, es sei denn, sie kann einen üblen Fluch lösen. Mit betroffen ist auch der US-Präsident, der vom 77-jährigen Leslie Nielsen gespielt wird.<BR><BR>Was hier am besten gelingt, ist der Bruch mit jeder Form von "political correctness" und jener Wohlanständigkeit, mit der nicht nur Hollywood versucht, die Kinogänger zu erziehen. Ebenso gefällt, dass der Film einen sarkastischen Kontrapunkt zu dem Esoterik-Wahn darstellt, der zur Zeit selbst gelungene Produktionen prägt. "Scary Movie 3" verspottet alle Arten von Engeln, Geistern und Auserwählten, die das seriöse Kino mitunter einer spiritistischen Sitzung ähnlich machen. Wer oft genug ins Kino geht, um auch nur einige der vielen Anspielungen zu verstehen, und Lust hat, sich endlich mal wieder unter seinem Niveau zu amüsieren, der sollte unbedingt in diesen Film gehen - allen anderen muss man wohl heftig vom Besuch abraten! (Mathäser, Marmorhaus, Royal, Autokino, Gabriel.) <BR><BR>"Scary Movie 3"<BR>Darsteller: mit Anna Faris, Anthony Anderson<BR>Regie: Jerry Zucker <BR>Annehmbar </P>

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