"Hui Buh": Behördlich zugelassenes Spuken

- Zehn Millionen Euro hat die Verfilmung des Kinderschallplatten-Klassikers "Hui Buh" gekostet. Das will erstmal wieder eingespielt werden, entsprechend groß ist die Marketing-Kampagne. Garant dafür, dass die Millionen nicht zum Fenster herausgeschmissen wurden, ist einmal mehr Michael "Bully" Herbig. Im Gegensatz zu seinen Kassenerfolgen "Der Schuh des Manitu" und "Traumschiff Surprise" hat Herbig in "Hui Buh" allerdings nicht Regie geführt - auch wenn hier wenig gegen seinen Willen realisiert worden sein dürfte.

Regisseur ist stattdessen Sebastian Niemann, dessen Horror-Thriller "Das Jesus-Video" und "7 days to live" kaum für Furore sorgten.

Beeindruckende Animationen

Das Hui-Buh-Original, das in den Hörspielen von Eberhard Alexander-Burgh Generationen von Kindern in Bann schlug, war ein Skelett. Im Film bekommt es Fleisch und Blut, allerdings virtuell - es ist eine Kombination aus der Schauspielleistung Bully Herbigs und Computeranimationen. Letztere wurden in beeindruckender technischer Qualität von den Münchner Animationsfirmen Trixter und Scanline fabriziert.

Die Handlung basiert auf einigen Episoden der Hörspiele: An einem Freitag, den 13., im Jahr 1399 wird der Ritter Balduin (Herbig) zur Strafe fürs Schummeln beim Glücksspiel in das behördlich zugelassene Schlossgespenst Hui Buh verwandelt. Über 500 Jahre später ist er nahezu arbeitslos, da taucht König Julius der 111. (Christoph Maria Herbst) auf, um sich mit der geldgierigen Gräfin Leonora zu Etepetete (Heike Makatsch) zu verloben.

Hui Buh will spuken, bringt aber alle zum Lachen. Das führt zu existenziellen Bedrohungen für das Gespenst, dem der Tod in der "Seelensuppe" droht. Doch es findet einen Ausweg und verschafft Julius auch noch in der Zofe Konstanzia (Ellenie Salvo Gonzalez) die bessere Braut.

Inszeniert ist das alles als Film für große Kinder und kindische Erwachsene: Einerseits gibt es ein paar echte Horror-Momente, doch zumeist dominiert milder Humor, mitunter derb und selten geistreich. Insofern bekommt man hier solide, nette, den Zuschauer nicht weiter fordernde Durchschnittsunterhaltung. Was dem Film völlig fehlt, ist der Charme des Originals. Und so wird es durch den Film auch keine neue Hui-Buh-Generation geben. Die groß gewordenen Kinder von morgen nennen sich, so steht zu befürchten, eher "Generation Bully".

(Ab morgen in München: Mathäser, Maxx, Royal, Münchner Freiheit, Leopold, Autokino, Tivoli.)

"Hui Buh"

mit Bully Herbig, Heike Makatsch

Regie: Sebastian Niemann

Annehmbar *** 

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