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Beeindruckt von der Spontaneität und dem politischen Instinkt Elisabeths: Die 29-jährige Cristiana Capotondi spielt die Titelrolle in Xaver Schwarzenbergers ZDF-Zweiteiler „Sisi“, dessen erster Teil morgen um 20.15 Uhr läuft.

„Ich wollte nichts Ähnliches machen“

Kein „Heimatfilm“, sondern eine „moderne, packende Geschichte“ über eine Frau, die ihre eigenen Kopf hat, schwebte Xaver Schwarzenberger vor, als er sich entschloss, die Lebensgeschichte der Kaiserin Elisabeth von Österreich neu zu verfilmen.

Die historisch richtigere Schreibweise „Sisi“ im Titel des Zweiteilers (ZDF, morgen und am Sonntag, jeweils um 20.15 Uhr) soll den Willen dokumentieren, die „wahre Geschichte“ zu erzählen – jenseits des „Sissi“-Kitschs. Die Titelrolle in der österreichisch-deutsch-italienischen Koproduktion spielt die junge italienische Schauspielerin Cristiana Capotondi.

-Wie sind Sie zu der Rolle gekommen?

Man hat mich angerufen und mir gesagt, dass eine Darstellerin für Sisi gesucht wird. Es gab dann drei, vier Castings, und ich wurde unter etwa 15 Schauspielerinnen ausgewählt.

-Kennt man auch in Italien die alten „Sissi“-Filme?

Ja, die sind sehr populär! Mit (bemüht sich um deutsche Aussprache) Romy Schneider.

-Sie wussten also, worauf Sie sich hier einlassen?Ja. Aber ich habe nur an die Rolle gedacht – und nicht daran, dass Romy Schneider sie vor mir so wunderbar und mit soviel Erfolg gespielt hatte. Ich wollte nichts Ähnliches machen – das wäre unsinnig gewesen.

-Sie müssen ja gleich zwei Mythen gerecht werden. Nicht nur Romy Schneider, sondern auch der historischen Elisabeth...

Die historische Figur der Sisi war für mich eine Inspiration. Deshalb habe ich auch ihre Biografien gelesen. Aber der Mythos hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Ich habe versucht, jene Werte darzustellen, die auch in die Geschichte eingegangen sind. Dass sie als junge Frau sehr spontan und natürlich war, den Konflikt mit ihrer Schwiegermutter, ihr Streben nach Freiheit.

-Was an der Figur ist Ihnen am nächsten?

Zunächst die Spontaneität am Anfang ihres Lebens. Und dann später ihr politischer Instinkt.

-Gedreht wurde in einem Gemisch mehrerer Sprachen. Wie ist das für eine Schauspielerin?

Schwer! Weil man nicht versteht, was der andere sagt, und nicht weiß, wie man antworten soll. Man muss viel Arbeit im Kopf leisten. Aber mit der Zeit, nach zwei, drei Monaten, haben wir Wege gefunden, uns zu verstehen, und es ist einfacher geworden.

-Was war das schönste, außergewöhnlichste, verrückteste Erlebnis bei den Dreharbeiten?Die seltsamste Sache für mich war, als einmal in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis vier Uhr morgens gedreht wurde. Das würde in Italien einfach nie passieren.

-Der zweite Teil endet mit der Krönung. Da bleibt ja noch viel zu erzählen aus Sisis Leben. Wären Sie bei einer Fortsetzung auch gerne wieder dabei?

Ja!

Das Gespräch führte Thomas Willmann.

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