Dokumentation über den Ersten Weltkrieg

Erschütternde Bilder aus dem Ersten Weltkrieg 

München - Zum 100. Gedenkjahr des Ersten Weltkrieges kommt am Donnerstag der Dokumentarfilm "Im Krieg" in die Kinos. Das Bildmaterial in 3D führt die Kriegsgräuel noch eindrucksvoller vor Augen. Die Kritik:

Das Konzept klingt pietätlos. Nikolai Vialkowitsch will uns den Ersten Weltkrieg in 3D vor Augen führen. Das hört sich an, als hätte Dreamworks einen bunten Animationsfilm über Hiroshima gedreht. Doch entspricht Vialkowitschs 3D nicht dem, was man sich landläufig darunter vorstellt. Schon lange setzt sich der Regisseur mit der Technik und ihrer historischen Vorgängerin, der Stereoskopie, auseinander. Stereoskopien vermitteln einen räumlichen Eindruck von Tiefe, sind jedoch zweidimensional. Um 1900 waren diese Bilder auf Rummelplätzen der letzte Schrei. Stereoskopien aus der Vorkriegs- und Kriegszeit zeigt Vialkowitsch in seinem Film, mischt sie mit moderner 3D-Technik und heutigen Aufnahmen der Kriegsschauplätze. Das klingt noch immer dem Ernst der Sache nicht angemessen. Doch ist „Im Krieg“ kein Reißer, sondern eine besinnliche Dokumentation.

Der Erste Weltkrieg, die Euphorie seines Beginns ebenso wie das spätere Grauen, begegnet uns in Tagebüchern und Briefen. Zum Glück beschränkt sich Vialkowitsch nicht auf die deutsche Perspektive. Engländer, Iren und Franzosen kommen auch zu Wort. Zu ihrem Flehen und Hoffen, ihrer Verzweiflung entfalten die Bilder eine düster-meditative, fast schon lyrische Kraft.

„Im Krieg“

Regie: Nikolai Vialkowitsch

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie nicht nur informiert werden, sondern auch nachdenken wollen.

von Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © Screenshot

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