Immer daran gedacht: Ein Toter auf Urlaub

- Im KZ-Sachsenhausen war er gezwungenermaßen an der größten Geldfälschungsaktion der Geschichte beteiligt: Adolf Burger. Die Erinnerungen des heute in Prag lebenden 89-Jährigen, sein Buch "Des Teufels Werkstatt", lieferten den Stoff für den Film "Die Fälscher". Der Hochbetagte war bei der Premiere in Berlin dabei.

Waren die Haftbedingungen in den beiden Fälscher-Baracken wirklich so "luxuriös" wie im Film geschildert?

Burger: Sie waren noch besser. Wir hatten Essen so viel wir wollten, die SS hatte keine Waffen bei sich, ich habe mit einem SS-Mann Tischtennis gespielt und immer gewonnen, es gab Remmidemmi mit Musik, und wir waren keine Nummern, sondern ich wurde mit "Herr Burger" angesprochen. Aber abends im Bett habe ich immer daran gedacht, dass ich ein Toter auf Urlaub bin.

Trotz Ihres hohen Alters halten Sie Vorträge an den Schulen ...

Burger: Ich habe bislang zu über 80\x0f000 Schülern gesprochen. Ich erzähle den Jugendlichen, wie die Juden vergast wurden, und sage ihnen, dass sie keine Schuldgefühle haben dürfen. Aber ich sage ihnen auch, wenn sie zu den Neonazis gehen, dann werden sie früher oder später zu Mördern. So lange ich lebe, werde ich mit diesen Vorträge nicht aufhören. \-K\x0cdpa

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