Ein integrer Mann

- Joaquin Phoenix wurde heuer für die Rolle des Johnny Cash in "Walk the Line" mit dem Golden Globe als bester Darsteller geehrt. Der Film läuft morgen in unseren Kinos an.

Wie erarbeiten Sie sich eine Rolle?

Phoenix: Ich nehme nichts Persönliches von mir mit ans Set, nichts von dem, was mich sozusagen definiert. Das hilft mir enorm dabei, genau auf die Rolle einzugehen. Anfangs habe ich dann immer das Gefühl, völlig verloren oder nackt zu sein. Es ist so ähnlich, als wenn man zum ersten Mal in ein fremdes Land kommt, wo man niemanden kennt und auch nichts versteht.

Johnny Cash gilt als Legende der Countrymusik.

Phoenix: Ich mag Countrymusik, weil sie gute Geschichten bringt - die guten Songs. Aber ich höre alle mögliche Musik. Jetzt nach dem Film habe ich eine riesige Hochachtung für Cash. Allerdings würde ich seine Stücke nicht als reine Countrymusik bezeichnen. Er verwendete Rockabilly- und Folk-Elemente und war ein großartiger Erzähler.

Was ist für Sie das Bemerkenswerteste an Johnny Cash?

Phoenix: Seine Integrität. Er hat sich nie korrumpieren lassen und hat immer den Versuchungen des Musikgeschäfts widerstanden. Viele junge Musiker tun alles, um Erfolg zu haben und ihn zu behalten. Johnny ist immer wieder Risiken eingegangen. Ich will Elvis nicht schlecht reden. Er war ein grandioser Sänger. Aber er sang ganz bewusst Songs, die auf Teenies zugeschnitten waren. Man denke nur an so seichte Schlager wie "Teddybear". So etwas hat Johnny Cash nie getan.

Würden Sie alles für den Erfolg tun?

Phoenix: Ich habe im Zeichentrickfilm "Brother Bear" mitgemacht. Das war mein aufdringlicher Versuch, bei Fünfjährigen zu landen. Aber es hat nichts gebracht. Im Ernst: Natürlich versuche ich, Filme zu machen, die ankommen. Aber es gibt auch ganz selbstsüchtige Gründe, einfach wenn mich eine Rolle besonders reizt.

Das Gespräch führte Matthias Würfl

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