Israelische Komödie bei Münchner Filmfest-Eröffnung umjubelt

München - Der Film "The Band's Visit" aus Israel ist bei der Eröffnung des 25. Münchner Filmfestes am Freitagabend bejubelt worden. Mit einer Mischung aus Melancholie und lakonischem Humor erzählt Regisseur Eran Kolirin von einer ägyptischen Polizeiband, die auf dem Weg zu einem Konzert in einem israelischen Wüstennest strandet.

"Es ist eine große Ehre", sagte der 33-Jährige, der nach der Premiere seines ersten Spielfilms sichtlich erleichtert war. Großen Beifall bekam auch seine Hauptdarstellerin Ronit Elkabetz, die zu den berühmten Schauspielerinnen Israels zählt.

Dass ein junger, unbekannter Filmemacher das Festival eröffnet, ist nicht überraschend: "Junge Talente, junge Regisseure aus dem In-und Ausland aufzuspüren, ist zu einem Markenzeichen des Filmfestes geworden", sagte Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU). Bis zum 30. Juni sind rund 200 Filme aus 40 Ländern zu sehen, darunter viele Werke aus Asien und Lateinamerika.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) erinnerte an die heftigen Proteste, als Regisseur Volker Schlöndorff Ende der 70er Jahre die Idee eines Filmfestes aufbrachte. Zornige junge Regisseure hätten damals in Resolutionen dagegen gewettert, dass sich München mit dem Glamour der Filmwelt schmücken wolle. 1983 startete dann aber trotzdem das erste Filmfestival an der Isar.

Auf großen Filmrummel wird in München verzichtet - man sieht sich als Publikumsfest, bei dem es vor allem auf Filme ankommt. Festivalleiter Andreas Ströhl sorgt lieber für eine lockere Atmosphäre und so griff er beim Eröffnungsempfang sogar selbst zur Gitarre, um mit der Band alte Rocksongs zu spielen, während sich die Münchner Filmprominenz beim Empfang der Stadt München bei Eis, Sekt und Fleischspießchen bis spät in die Nacht hinein vergnügte.

Zu den Höhepunkten in diesem Jahr zählt die Retrospektive des Filmemachers Werner Herzog, der ebenso wie Schauspielerin Senta Berger, Joachim Król und Schlöndorff zur Eröffnung gekommen war. Erwartet wird auch der Independent-Regisseur Richard Linklater, der mit einer Werkschau gewürdigt wird. Den Cine-Merit-Award des Filmfestes bekommt Oscar-Preisträger William Friedkin. Insgesamt gibt es zwölf Preise.

In der deutschen Reihe sind viele bekannte Regisseure vertreten: Markus H. Rosenmüller ("Schwere Jungs") feiert Premiere mit seinem Film "Beste Zeit", Hans Steinbichler ("Winterreise") zeigt "Autistic Disco" und Rainer Kaufmann ("Marias letzte Reise") stellt die Literaturverfilmung "Ein fliehendes Pferd" nach dem gleichnamigen Roman von Martin Walser vor.

Internet: www.filmfest-muenchen.de

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