Jagd auf den Jaguarhai

- Der junge Amerikaner Wes Anderson wurde von vielen schon seit seinem Erstlingsfilm, der bizarren Satire "Rushmore", vom Niemand zur viel versprechenden Regiehoffung mit Kultpotenzial befördert. Nach "Die Royal Tenenbaums" ist "Die Tiefseetaucher" nun eine weitere eigenwillig-schräge Komödie, der zumindest ihr beachtliches Ensemble Aufmerksamkeit sichert: Bill Murray, Owen Wilson, Anjelica Huston und Cate Blanchett.

<P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Einmal mehr erzählt Anderson eine wenig harmonische Familiengeschichte. Im Zentrum steht der berühmte Meeresforscher Steve Zissou (Murray), der Jacques Cousteau nachempfunden ist. Anderson macht sich hier über Cousteau und den Stil seiner Sendungen lustig und ironisiert liebevoll. Zissous Erfolge liegen schon eine Weile zurück, aber als eines Tages sein langjähriger Mitarbeiter von einem "Jaguarhai" gefressen wird, macht er sich auf eine letzte Fahrt, jagt wie Käptn Ahab in "Moby Dick" das mysteriöse Tier, das zur fixen Idee geworden ist, und setzt dabei seine ganze Existenz inklusive seiner Familie aufs Spiel.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Doch "Die Tiefseetaucher" ist kein Drama, sondern eine mehr skurrile als schwarze Komödie. Weniger der lange Atem, vielmehr der schnelle Witz gibt den Ton an. Von Sketch zu Sketch, von Gag zu Gag hangelt sich der Film. Der Stil hat sich gegenüber den früheren Filmen Andersons kaum geändert: schnell geschnitten, überdreht, schrill. Kunterbunte, gewollt unsinnige und "originelle" Räume und Kostüme: Alles wirkt oft wie Großaufnahmen aus der Puppenstube.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Anderson errichtet einen privaten, sehr egozentrischen Kosmos. Kein Problem. Aber was bietet er neben Scherzen auf Unterprimanerniveau (zum Beispiel laufen alle fortwährend in Schlafanzügen herum)? Oft erscheint der Film, als ob einem ein Freund etwas erzählt, was nur er selbst ungemein lustig findet - und man selber lacht eher aus Höflichkeit denn aus Begeisterung.</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">"Die Tiefseetaucher" hinterlässt den Eindruck eines fast zweistündiges Anfangs, einer großen Ankündigung, der nicht viel folgt, weil sie in manchmal bestechenden, oft öden Bildern und bemüht witziger Inszenierung doch letztlich nicht allzu viel zu sagen hat. Außer dass Familie irgendwie wichtig ist. (In München: Mathäser, Maxx, Arri, Leopold, City, Rottmann, Arena i.O., Cinema i.O., Museum i.O.)</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">"Die Tiefseetaucher"</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">mit Billy Murray, Anjelica Huston</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Regie: Wes Anderson</P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt">Annehmbar </P><P class=MsoNormal style="MARGIN: 0cm 0cm 0pt"> </P>

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