Auf der Jagd nach dem rosa Diamanten

- Peter Sellers hat die Rolle des Inspektor Clouseau gehasst, aber die "Pink Panther"-Filme haben ihn reich und berühmt gemacht. Nach Sellers' Tod im Jahre 1980 schien es undenkbar, weitere Fortsetzungen zu drehen. Zu sehr war die Figur des vertrottelten Polizisten mit dem genialen Sellers verbunden. Zwei Versuche ohne Sellers sind kläglich gescheitert.

Dennoch wagt sich nun Steve Martin an eine Neuauflage des Slapstick-Klassikers. Er versucht gar nicht erst, Sellers Stil zu imitieren, sondern passt die Figur des notorisch unterbelichteten Inspektors seinem eigenen Humor an - und das macht er gar nicht schlecht. Die Geschichte ist denkbar einfach: Ein wertvoller Diamant (eben der "Pink Panther") wird gestohlen und der Provinzgendarm Clouseau mit dem Fall beauftragt. So will Polizeichef Dreyfus (ein eher unterforderter Kevin Kline) die Verbrecher ablenken und selber Lorbeeren ernten. Aber ausgerechnet Clouseaus totale Unfähigkeit löst den Fall Stück für Stück.

Im Unterschied zum Original erscheint Clouseau nicht als komplett lernresistente Comic-Figur. Das soll einen menschlichen Aspekt und Anteilnahme bringen, bremst den Spaß aber eher. Es war ja gerade die völlig unbeirrte Idiotie, die Sellers' Clouseau so lustig und unberechenbar machte. Aber man kann sich auch über Steve Martin amüsieren, etwa wenn er mit völlig überzogenem Akzent versucht, richtiges Englisch zu lernen und dabei virtuos die Eigenheiten der französischen Intonation persifliert.

Als Ersatz für die Figur des legendären "Cato" tritt Jean Reno als Aufpasser und Kollege von Clouseau auf. Reno, der hier nicht wirklich in seinem Element ist, gelingen einige wunderschöne Gags, und er ergänzt mit seiner trockenen Art gelungen den leicht überdrehten Auftritt von Steve Martin. Wer will, kann sich hier unter Niveau köstlich amüsieren, aber weitere "Pink Panther" müssen wirklich nicht mehr sein. (In München: Mathäser, Maxx, Leopold, Autokino, Cinema i.O.)

"Der rosarote Panther"

mit Steve Martin, Jean Reno

Regie: Shawn Levy

Annehmbar

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