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Er singt das Titellied zum neuen James Bond: Sam Smith veröffentlichte "Writing’s on the Wall".

Teils geschüttelt – teils gerührt

"Spectre": Neuer James-Bond-Song spaltet die Fans

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München - Sam Smith löst mit "Writing's on the Wall", dem Titellied des neuen James-Bond-Films "Spectre", gemischte Reaktionen bei den Fans aus: von großem Kino bis schrecklich.

Großes Kino für die Ohren – dieses Versprechen hält der neue James-Bond-Song „Writing’s on the Wall“ auf jeden Fall ein. Seit Freitag ist die dramatische Ballade von Grammy-Gewinner Sam Smith im Internet zu hören. Und sie klingt mehr nach Shirley Basseys „Goldfinger“ und Nancy Sinatras „You only live twice“ als nach aktuellem Pop, was Fans klassischer Bond-Filme unbedingt begrüßen werden. Geigen, Blech, Pathos, Drama – im Titellied zum 24. Bond „Spectre“, der am 5. November ins Kino kommt, fährt der junge Smith alles auf, was eine Bond-Schnulze braucht, zu der es sich elegant und formvollendet sterben lässt. Und einen Rekord dürfte „Writing’s on the Wall“ bereits sicher haben – den des umstrittensten Bond-Songs seit Jahrzehnten.

Auf das hinreißende „Skyfall“ konnten sich im Jahr 2012 alle einigen. Adele hatte die Blaupause für die perfekte moderne Bond-Hymne geliefert und sich ihren Oscar redlich verdient.

James Bond: Sänger Sam Smith macht es den Fans nicht einfach

Eine Szene aus "Spectre" mit Daniel Craig als 007. Der Film von Regisseur Sam Mendes kommt am 5. November ins Kino.

Sam Smith macht es den 007-Fans nun nicht so einfach. Denn er singt große Teile der Nummer und den Refrain nicht mit seinem herausragenden Bariton, sondern im Falsett, mit Kopfstimme. Und das muss man mögen. Offenbar hat sich der 23-Jährige davon beeindrucken lassen, dass seit Tom Jones 1965 („Thunderball“) kein männlicher britischer Solosänger mehr ein Bond-Titellied liefern durfte – und wollte nicht allzu maskulin klingen. Die erste Reaktionen sind, nun ja, teils geschüttelt, teils gerührt. „Eine Monster-Ballade“ und „Mission erfüllt“, lobt der britische „Telegraph“. „Ich bin jetzt schon süchtig nach diesem Lied“, heißt es auf Twitter. In vielen Tweets ist aber auch Entsetzen zu vernehmen: „Schrecklich! Hört sich an, als würde ein Tier gequält.“ Es steht an der Wand geschrieben: Diese Schmerzensballade kann man nur lieben – oder hassen.

In 20 Minuten, behauptet Smith, habe er „Writing’s on the Wall“ komponiert. Und vielleicht hätte er sich ein bisschen mehr Zeit lassen sollen. Andererseits: Beim dritten, vierten, fünften Hören gewinnt der Schmachtfetzen deutlich dazu – und zumindest das fantastische Arrangement sitzt tatsächlich wie ein maßgeschneiderter Smoking.

"Kein Nummer-eins-freundliches Lied" für James Bond, glaubt Sam Smith

„Ich glaube nicht, dass es ein Nummer-eins-freundliches Lied ist“, meint Sam Smith, was aber nichts heißen muss. Nur Matt Monros „From Russia with Love“ war im Jahr 1963 Nummer eins in England, das schafften danach weder Paul McCartneys Wings („Live and let die“, 1973) noch vor drei Jahren Adele.

Plagiatsvorwürfe gibt es auch schon wieder. Nachdem sich Smith bei seinem Grammy-Song „Stay with Me“ allzu dreist bei Tom Pettys „I won’t back down“ bedient hatte, kommen nun Vergleiche mit Michael Jacksons „Earth Song“ auf – gerade am Ende des Stücks. Wenn Sie selbst nachhören wollen: „Writing’s on the Wall“ läuft im Internet jetzt unter anderem bei Spotify, die CD erscheint am 23. Oktober.

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