Auf Japan liegt der neue Schwerpunkt

- Eine "lebendige Auseinandersetzung zwischen Filmschaffenden und dem Publikum" soll in München stattfinden, wünscht sich Festivaldirektor Andreas Ströhl knapp drei Wochen vor Beginn des 23. Filmfests. Das vielfältige Programm mit 221 Filmen aus 32 Ländern, zahlreichen Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und dem Open Air Kino im Innenhof des Gasteig dürfte dazu vom 25. Juni bis zum 2. Juli genügend Gelegenheiten bieten. "Auffallend ist dabei in diesem Jahr, wie viel talentiertes junges Kino dabei ist", betont Klaus Eder, Programmmitarbeiter. "Dabei haben wir gar nicht explizit danach gesucht."

Marc Rothemund erhält den Bernhard-Wicki-Preis<P>Neben den üblichen Reihen von den "American Independents" über das "Internationale Programm" bis zum "Nouveau Cinema Franç¸ais" setzt das Filmfest München zum ersten Mal bewusst einen zusätzlichen Länderschwerpunkt: Japan und sein zwischen Traditionsbewusstsein und Technikbegeisterung schwankendes Kino stehen dieses Jahr im Zentrum. "Unser Japan-Special setzt sich aus drei Teilen zusammen", erläutert Ströhl. Der erste Teil besteht aus einer Auswahl von 18 neueren japanischen Werken, die nicht nur die filmische, sondern auch die gesellschaftliche Entwicklung ihres Landes beleuchten sollen. <BR><BR>Daneben wird eine Retrospektive von Keisuke Kinoshita zu sehen sein, dem Altmeister des japanischen Kinos, dessen Werke dort vor allem in den 40er-, 50er- und 60er-Jahren Filmgeschichte schrieben. "Besonders stolz aber bin ich auf die Werkschau der Filme von Kiyoshi Kurosawa", betont Ströhl. "Kurosawa ist ein Grenzgänger zwischen Genre- und Autorenfilm, gehört also genau zu den Filmemachern, die uns ganz besonders interessieren."<BR><BR>Doch nicht nur der Länderschwerpunkt ist neu beim Filmfest. Neben einer eigenen Italienreihe ("Vento d'Italia") wird erstmals nicht nur ein Kinder-, sondern auch ein Jugendfilmfest veranstaltet. "Diese Generation ist bei uns bisher ein wenig zu kurz gekommen", begründet die verantwortliche Programmleiterin Katrin Hoffmann. "Das soll jetzt anders werden. Und ich bin sicher - die interessiert weit mehr als nur der Mainstream." Die letzte Neuerung des Filmfest-Teams betrifft den Ablauf der ganzen Veranstaltung: Außer dem Eröffnungsfilm, der in diesem Jahr Zola Masekos Debüt "Drum" aus Afrika sein wird, wird es von nun an auch einen offiziellen Abschlussfilm geben: "Ladies in Lavender", die erste Regiearbeit des Schauspielers Charles Dance mit Daniel Brühl in der Hauptrolle.<BR><BR>Zuvor jedoch wird ein Mann geehrt, der sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in internationalen Produktionen seit vielen Jahren einen großen Namen gemacht hat: Mario Adorf erhält den CineMerit Award. Die zweite große Münchner Ehrung, der "Bernhard Wicki Filmpreis - Die Brücke - Der Friedenspreis des deutschen Films", wird Marc Rothemund für seinen Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" von Sir Peter Jonas als Laudator übergeben werden.<BR><BR>Nicht gewürdigt hingegen wird trotz des runden Geburtstags, den er in diesem Jahr hätte feiern können, Rainer Werner Fassbinder. "Das liegt nicht daran, dass ich Fassbinder nicht schätzen würde", erklärt Ströhl auf Nachfrage. "Aber ich finde es ausgesprochen uninteressant, auf Jahrestage zu reagieren und Retrospektiven Verstorbenen zu widmen. Wir sind schließlich ein lebendiges Festival und kein Filmmuseum!"<BR></P>

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