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„Tanzen ist für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen“: Tiger Kirchharz (29) nahm ihre ersten Ballettstunden im zarten Alter von vier Jahren.

Zum Filmstart von „Step Up 5“

Münchnerin Tiger tanzt mit den Stars

München - Kino-Kult: Die Münchnerin Tiger Kirchharz spielt beim fünften Teil der Reihe „Step Up“ mit.

Eine Million Zuschauer pilgerten vor zwei Jahren in Deutschland in die Kinos, um „Step Up 4 (Miami Heat)“, die Tanzsensation aus Hollywood zu sehen. Am Donnerstag läuft Teil fünf der Kultreihe aus der Traumfabrik an. Und mittendrin zwischen all den Stars auf der Leinwand tanzt eine Münchnerin: Tiger Kirchharz. Zur Erklärung: Tiger ist kein Künstlername. Das ist der 29-Jährigen ganz wichtig. An Tiger ist Papa Theo schuld. Der IT-Experte „taufte“ die dritte seiner Töchter so, als sie sich in Janoschs kleinen Tiger verliebte – und nur noch reagierte, wenn man sie Tiger rief.

Klingt nach Märchen, und tatsächlich: Tigers Leben hat viel von einem Märchen. Es war einmal ein kleines Mädchen, das mit vier Jahren begann, Ballett zu tanzen. Und das mit sechs schon so anmutig und leidenschaftlich auftrat, dass die renommierte Heinz-Bosl-Stiftung auf sie aufmerksam wurde. Aber Mama Brigitta wollte Tiger so früh so viel Training und Härte nicht zumuten. Vom Tanz sollte und wollte das Mädchen allerdings nicht lassen. So lernte sie auch andere Stile kennen – von lateinamerikanischen Tänzen („High Heels waren meine Hausschuhe“) bis hin zum Hip Hop. Und war so gut, dass sie Welt- und Europameistertitel gewann.

„Ich verbrachte meine ganze Kindheit im Trainingsraum“, erzählt sie heute – ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, irgendetwas versäumt zu haben. Wie auch: „Tanzen ist für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen.“ Aber die Tiger ist viel mehr als eine Tänzerin. Sie näht (ihre eigene Kleidung), schauspielert, hat eine Make-Up-Ausbildung abgeschlossen und jetzt auch noch ihren ersten eigenen Song („I Am Pink“) komponiert und aufgenommen. „Ich mach’ alles gern“, sagt sie. „Das gehört aber auch zu meinem Plan B.“

Plan B steht für Ernstfall. Für die Zeit, wenn sie nicht mehr tanzen kann. Das kann schnell gehen. Erst vor ein paar Monaten musste sie sich einer Operation am linken Fuß unterziehen („der rechte war schon vor zehn Jahren dran“). „Außerdem kann man vom Tanzen allein einfach nicht leben.“ Ihr Einkommen sichert ihre Tanzschule, das MOG-Dance-Center in der Allacher Straße in Moosach. Und Hollywood? Klar, sie hat schon mit und für Shakira („supernett, hat mit mir trainiert“), Rihanna („unnahbar, aber ich liebe ihre Musik“) oder Avril Lavigne getanzt. Aber Hollywood war selbst für Tiger einfach nur ein Glücksfall. „Das verdanke ich Fitness-Trainer Holger Fuchs und der Constantin-Film.“ Die waren von ihr überzeugt und machten ihr 2012 den Traum tatsächlich wahr.

Hat sie der Rummel verändert? „Alle wollen dich ständig verändern“, lacht sie und zeigt dann auf ihr Schulter- Tattoo: Zwischen einem Leopardenmuster steht da: „Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie mich andere gerne hätten.“ Und was hätte sie gerne? „Kinder – und einen Freund.“ Wie müsste der sein? „Treu, zuverlässig und stark. Ich würde mich auch gern mal anlehnen...“ Tiger sucht Löwe.

Von Wolfgang de Ponte

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