Joachim C. Fest über Eichingers Hitler-Film

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Was lässt Sie hoffen, dass ein Film über die letzten Tage im Führerbunker nicht zu einer Orgie der Geschmacklosigkeit wird?

Fest: Das Drehbuch. Ich war mir zunächst auch nicht sicher, was mir bevorsteht. Aber der Text hat mich sehr beeindruckt. Er ist mit Einfühlungsvermögen und Kenntnis geschrieben.

Wie haben Sie selbst die letzten Tage des "Dritten Reiches" erlebt?

Fest: Ich stamme zwar aus Berlin, was aber zu dieser Zeit in Remagen, wo ich in US-Gefangenschaft geriet. Später allerdings hörte ich dann zahllose Berichte von Freunden und Bekannten darüber, was sich in den letzten drei, vier Wochen in Berlin ereignete. Nur einen Bruchteil des Geschehens konnte ich in meinem Buch schildern.

Wie stellen Sie sich die Situation dieser letzten Tage im Führerbunker vor?

Fest: Man kennt viele Einzelheiten. Was in den Köpfen vorging, weiß man aber leider nicht. Klar ist jedoch: Obwohl Hitler seit 1941 wusste, dass der Krieg verloren war, hat er doch immer auf eine wundersame Rettung gehofft - er hatte die fixe Idee, dass sich die Rettung Friedrichs des Großen nach verlorenem Krieg wiederholen könnte. Und: Solche Leute geben nicht auf. Sie kämpfen bis zum Letzten, bis zum Tod - das gilt auch jetzt für Saddam Hussein.

Braucht die Geschichtsschreibung heute den Film zur Vermittlung ihrer Stoffe?

Fest: Nein. Umgekehrt: Das Kino braucht die Geschichte. Sie liefert noch immer die besten Stories.

Lesen Sie hierzu: "Der Untergang": Die letzten Tage des "Dritten Reiches" werden verfilmt

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