Doku über Gentleman und Alborosie

"Journey to Jah": Was genau ist Reggae?

München - In „Journey to Jah“ begleiten die beiden Dokumentarfilmer Noël Dernesch und Moritz Springer zwei Stars der Reggae-Szene: Gentleman und Alborosie.

Was genau ist Reggae? Wie ist diese Musik entstanden? Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind; auch innerhalb der Szene ist man sich oft uneinig. Vielleicht ein Grund, warum auch die beiden Dokumentarfilmer Noël Dernesch und Moritz Springer keine endgültigen Antworten finden. Und doch versuchen sie es in ihrem 92-Minüter: Sie begleiten zwei der Stars der Szene, Gentleman und Alborosie.

Gentleman, der Deutsche, eigentlich Tilmann Otto, Sohn eines evangelischen Pfarrers, ist ein Star der Reggae-Welt. Er darf auf der Reise ins Land der Regenbogenfarben berichten, wie es ihn das erste Mal nach Jamaika verschlug („Ich wollte gucken, wo die Mucke herkommt“) und was Reggae für ihn bedeutet. Schnell wird klar: Für den Pfarrerssohn ist es ein Weg zu Gott, seine „Reise zu Jah“. Und Alborosie, der Italiener, eigentlich Alberto D’ascola, auch er hat sich dem Reggae verschrieben, hat in Jamaika Halt gefunden. Die Musik – für ihn die Flucht in eine andere Welt. Zudem kommen Musikproduzenten, eine jamaikanische Wissenschaftlerin und die Künstlerin Terry Lynn zu Wort. Am Ende wissen wir viel über persönliche Schicksale, persönliche Suchen – von der Geschichte des Reggae aber, von seinen Wurzeln und politischen Hintergründen, wissen wir kaum etwas. Die Idee der Regisseure, der Musik die Antwort zu überlassen, funktioniert nicht. Dafür weckt die Dokumentation aber durch das Wirrwarr an Antworten das Interesse, sich näher mit Reggae zu beschäftigen.

Katja Kraft

Rubriklistenbild: © snacktv

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