Im Kampf mit dem Klon

- Es liegt ein Schleier wehmütiger Abschiedsstimmung über diesem Film. Zum insgesamt zehnten und mutmaßlich letzten Mal rettet die Besatzung des Raumschiffs Enterprise - mittlerweile in der zweiten Generation - die Menschheit. Patrick Stewart, der in der Rolle des Captain Picard von Star Trek-Fans gelegentlich mit geradezu religiöser Inbrunst verehrt wird, hat schon vor den Dreharbeiten angekündigt, fürderhin nicht mehr den intergalaktischen Polizisten geben zu wollen: 15 Jahre "Star Trek _ Die nächste Generation" seien genug.

<P></P><P>Für "Star Trek: Nemesis" haben sich die Autoren deswegen einen Clou einfallen lassen. Captain Picard hat es mit dem schlimmsten Feind zu tun, den man sich vorstellen kann: mit sich selbst. Bei einer Friedensmission im romulanischen Reich trifft er auf den neuen Machthaber Shinzon (der britische Newcomer Tom Hardy mit einer viel versprechenden Vorstellung), der sich als junger Klon Picards entpuppt. Wer nicht weiß, wer die Romulaner sind und weshalb Friedensverhandlungen mit ihnen notwendig sind, wird an diesem Konflikt wenig Interesse entwickeln können. "Star Trek: Nemesis" gibt sich wenig Mühe, Uneingeweihte aufzuklären, und so ist der Film eine geschlossene Veranstaltung für Mitglieder - aber das war noch nie anders.</P><P>Für Fans hat diese Folge freilich einiges zu bieten. Im Bewusstsein des letzten großen Auftritts zelebrieren die Darsteller ihre Rollen-Porträts mit Hingabe, es wimmelt nur so vor Anspielungen auf den eigenen Mythos. Und in mancherlei Hinsicht wird vieles würdevoll zu Ende geführt: Für den Androiden Data (Brent Spiner) erfüllt sich der Traum, wirklich menschlich und nicht wie eine Maschine zu handeln, auch wenn er dafür einen hohen Preis bezahlen muss. Der erste Offizier Riker (Jonathan Frakes) darf endlich seine angeschmachtete Deanna (Marina Sirtis) ehelichen. Und Captain Picard schließlich stellt sich - von seiner geklonten Nemesis dazu gezwungen - der eigenen Hybris.</P><P>Regisseur Stuart Baird, der als Spezialist für Actionfilme gilt, hat das mit immensem Aufwand, allerdings ohne übertrieben große Inspiration in Szene gesetzt. Das ist schade, denn auch wenn Ausstattung und Spezialeffekte beeindrucken: Ein wenig mehr Sorgfalt bei der intelligenten Umsetzung der interessanten Geschichte hätte aus einem netten Wiedersehen einen grandiosen letzten Akt gemacht. (In München: Marmorhaus, Maxx, Royal, Gloria, Autokino, Cinema i.O.)</P><P>"Star Trek: Nemesis"<BR>mit Patrick Stuart, Tom Hardy, Brent Spiner<BR>Regie: Stuart Baird<BR>Sehenswert<BR></P>

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