Kampf um die Krone

- Ein großes Drama, universale Themen, und doch ist alles ganz leicht, so leicht, dass Menschen hier sogar durch die Luft fliegen. "Hero", der neue Film von Zhang Yimou ist eine Heldensage, ein Märchen aus der mythisch-vorgeschichtlichen Zeit des Reiches Qin, die schon Chen Kaige als Schauplatz seines besten Films "Der Kaiser und sein Attentäter" diente. Eine Begebenheit kurz vor dem Bau der Chinesischen Mauer, bei aller Kunst der Inszenierung erzählt in archaischer Klarheit und Einfachheit.

<P>Vier Helden, die so poetische Namen tragen wie Gebrochenes Schwert und Fliegender Schnee, eint eine Absicht: Sie wollen den König töten, dafür sind sie zu allem bereit. Der Regisseur, der durch symbolträchtige Epen wie "Rotes Kornfeld" weltberühmt und häufig ausgezeichnet wurde, betritt Neuland: Er erzählt seine Geschichte im zur Perfektion gebrachten Martial-Arts-Stil des Hongkong-Kinos, ähnlich wie Ang Lee im Oscar-prämierten "Tiger & Dragon".<BR><BR>Zugleich ist unübersehbar, was Zhang Yimou von Lee unterscheidet: In seinem klassischeren, elegischeren Gestus nähert er sich dem großen Akira Kurosawa - und zwar in doppelter Hinsicht: Seine bildgewaltig choreographierten Massen erinnern an Kurosawas Spätwerk, an "Ran" und "Kagemusha". Und die Struktur der Handlung hat ihr Vorbild in Rashomon: Zhang Yimou erzählt seine Story in vier verschiedenen, zugleich einander fortführenden Varianten ein und desselben Geschehens.<BR><BR>Es geht um Liebe und Verrat, um das, was der Einzelne sich selbst, dem Geliebten und dem Staat schuldig ist. Die Botschaft des Streifens, der schon jetzt der erfolgreichste der chinesischen Filmgeschichte ist, bleibt gewollt ambivalent: Sie kann fatalistisch wie optimistisch verstanden werden, als verstecktes Plädoyer für Widerstand wie als Kotau gegenüber der Pekinger Diktatur.<BR><BR>Letztlich überwiegt Offenheit. Zhang Yimou interessieren, das hat er mit westlichen Meistern wie Scorsese oder Soderbergh gemeinsam, keine politischen Manifeste. Viel wichtiger als die Story sind die Bilder. In ihnen liegt das Subversive von "Hero": ein Kino der reinen Freiheit, das in seiner Entfesselung dem Betrachter die eigenen Fesseln schmerzhaft vor Augen führt. Eine Farborgie in Rot, Blau, Weiß und Jadegrün, voller Einfälle, Witz und Stilisierungswillen. Es gibt Momente von ergreifender Schönheit; pathetisch, sinnlich und geheimnisvoll. </P><P>Mit viel Magie schafft Zhang Yimou eine Aura der Leichtigkeit und erfüllt das alte Versprechen des Kinos: abzuheben vom Boden des Realen in eigene, neue Höhen zu verführen, ohne dumm zu machen. Um Logik geht es ebenso wenig wie um Schwerkraft. Traum, Gefühl und Bewegung verschmelzen zu einem einzigartigen Zauber. Perfekt wird dieser durch die Darsteller: Maggie Cheung und Tony Leung, Jet Li und Zhang Ziyi - schöner kann Kino nicht sein!</P><P>- läuft hier im Kino<BR><BR>"Hero"<BR>mit Maggie Cheung, Zhang Zyi<BR>Regie: Zhang Yimou<BR>Hervorragend </P><P><BR> </P>

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