Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Die Karrierefrau vom Land

- In Hollywood gibt es für eine bestimmte Art von Romanzen den Begriff "Julia-Roberts-Film". "Sweet Home Alabama" ist ein Exemplar dieser Gattung - aber die teuerste Schauspielerin der Welt hätte das Budget gesprengt, und nun ist die vergleichsweise unbekannte Reese Witherspoon zu sehen. Mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Wankelmut und Sturheit gibt Witherspoon der Rolle eine bemerkenswerte Glaubwürdigkeit, die der eher konventionellen, nicht sehr originellen Liebesgeschichte einen ganz eigenwilligen Charme verleiht.

<P>Die junge Karrierefrau Melanie (Reese Witherspoon) findet in New York den idealen Mann. Er ist attraktiv und erfolgreich. Einer baldigen Hochzeit steht nur ein unangenehmes Detail entgegen: Melanie ist formell noch mit ihrer Jugendliebe aus Alabama verheiratet, was freilich in New York - den aktuellen Verlobten miteingeschlossen - niemand ahnt. Und nachdem sich ihr Gatte (der mürrisch-sympathische Josh Lucas ist ebenfalls eine Entdeckung) weigert, in die Scheidung einzuwilligen, macht sich Melanie auf in ihre Heimat Alabama und damit auch in ihre eigene Vergangenheit als einfaches Mädchen vom Land.<BR><BR>Regisseur Andy Tennant nutzt das geschickt, um Tradition und Fortschritt, Arroganz und Bodenständigkeit aufeinander prallen zu lassen. Denn neben den emotionalen Verwicklungen - selbstverständlich erwacht in Melanie wieder Zuneigung zu ihrer Jugendliebe - widmet sich der Film auch dem Nord-Süd-Konflikt. "Sweet Home Alabama" spielt geschickt mit Klischees über Südstaatler und Yankees. Melanie ist zwischen beiden Welten hin- und hergerissen: Wer seine Herkunft verleugnet, dem liegt sie tatsächlich wie Ballast auf der Seele - diese einfache wie versöhnliche Botschaft hat vermutlich zum immensen Erfolg des Streifens in den USA beigetragen.<BR><BR>Mit skurrilen Einfällen, wunderschönen Bildern und bestens aufgelegten Darstellern verbreitet "Sweet Home Alabama" unbarmherzig gute Laune, vor der selbst hartgesottene Anti-Romantiker irgendwann kapitulieren.<BR></P><P>"Sweet Home Alabama"<BR>mit Reese Witherspoon, Josh Lucas, Patrick Dempsey<BR>Regie: Andy Tennant<BR>Sehenswert </P><P><BR> </P>

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