Karussell-Figuren

- Die Bilder Gustav Klimts sind Allegorien auf die Welt, die Philosophie, die Erotik. Faszinierend sind ihre Farben - vorherrschend Gold -, ihre fließenden Formen, die Verschmelzungen der Figuren. Klimt (1862-1918), Maler der Wiener Sezession, ist ein Ausnahmekünstler.

Nun hat der chilenische Regisseur Raoul Ruiz einen Film über dessen Lebensjahre gedreht, der sich stark an die Technik und Symbolik der Bilder Klimts anlehnt, der keine lineare Biografie liefert, sondern selbst allegorisch und poetisch erzählt. "Eine Phantasie oder Phantasmagorie - ähnlich einem seiner Bilder, in welchem sich Material und imaginäre Figuren vereinen und um einen Mittelpunkt kreisen, nämlich um den Maler Klimt", schreibt Ruiz in einer Anmerkung zum Film.

Tatsächlich drehen sich die Menschen darin wie Figuren auf einem Karussell. Es entsteht ein Kaleidoskop aus Illusion und Wahrheit, Traum und Wirklichkeit. Ausgangspunkt der Geschichte ist das Sterbebett Klimts (John Malkovich), wo der Wiener Maler seine letzten 18 Jahre Revue passieren lässt: die Weltausstellung 1900, auf der er eine Goldmedaille für sein Bild Philosophie erhält, die Liebe zu Lea De Castro, einer geheimnisvollen Frau aus Paris, die zur erotischen Illusion wird. Klimt, gezeichnet von einer Syphilis-Erkrankung, verfällt immer tiefer in Wahn und Einbildung. Die schwere Symbolik ist von Ruiz intendiert, der schon in seinem Proust-Film "Die wiedergefundene Zeit" mit ähnlichen stilistischen Effekten gearbeitet hat.

In München: Theatiner i.O., Eldorado.

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