Horror-Thriller im Pariser Untergrund

Suche nach der Vergangenheit in "Katakomben"

München - Unter den Straßen von Paris wollen fünf junge Entdecker die alten Katakomben erkunden. Dabei stoßen sie auf Überreste der menschlichen Vergangenheit, und auch auf ihre eigene Geschichte. Die Kritik zu "Katakomben":

Niedrige Decken, spärlich erleuchtete Gänge und zahllose menschliche Knochen. Die Katakomben von Paris, Ruhestätte von sechs Millionen Toten, als Schauplatz für einen Horrorfilm zu wählen, ist an sich eine gute Idee. Doch es hapert schon beim Drehbuch der Filmemacher John Erick („Devil – Fahrstuhl zur Hölle“) und Drew Dowdle. Ersterer führt auch Regie, sein Bruder ist Produzent.

Die Suche nach dem berüchtigten Stein der Weisen führt die junge Archäologin Scarlett (Perdita Weeks) in das unterirdische Paris, zusammen mit ihrem Kollegen George (Ben Feldman), Amateur-Filmer Benji (Edwin Hodge) und einigen „Cataphiles“, die sich dort auskennen. Sie verirren sich, und die Reise in das Totenreich wird zu einer in die eigene Psyche, zu den eigenen Dämonen, die in den Katakomben real werden.

Was sich gruselig anhört, wurde nicht gut umgesetzt. Da nützt es auch nichts, dass die Schauspieler mit ihrer Leistung überzeugen. Der Einsatz von Hand- und Kopfkameras mit ihren verwackelten Bildern dürfte bei manchem Besucher Übelkeit hervorrufen. Zudem wirkt der Film oft unfreiwillig komisch. Etwa, als ein ehemaliger Freund auftaucht, der schon seit Jahren in den Katakomben verschollen ist. Er ist ganz offensichtlich tot oder zumindest schwer wahnsinnig, aber die Gruppe folgt ihm sofort. Man wundert sich nur, dass er so verändert erscheint.

Wer sich wirklich gruseln möchte, sollte bei seiner nächsten Paris-Reise selbst die Katakomben besuchen.

„Katakomben“

mit Perdita Weeks, Ben Feldman, Edwin Hodge

Regie: John Erick Dowdle

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie sich alle Filme dieses Genres anschauen.

von Teresa Pancritius

Rubriklistenbild: © Screenshot

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