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Brünett statt blond – und als Kopfgeldjägerin ihrem Ex auf der Spur: Katherine Heigl als Stephanie Plum in „Einmal ist keinmal“.

„I love Spätschle“

München - Mit der Fernsehserie „Grey’s Anatomy“ wurde sie zum Star, mit Komödien ist Katherine Heigl auch auf der Kinoleinwand erfolgreich. Vor ihrem neuen Film „Einmal ist keinmal“, spricht sie im Interview über ihre deutschen Wurzeln und ihre Eignung als Geschäftsfrau.

Am Donnerstag läuft Katherine Heigls neuer Film „Einmal ist keinmal“ bei uns an. Arg angespannt wirkt die 33-Jährige in unserem Interview: Sie zieht hektisch an ihrer pinkfarbenen elektronischen Zigarette und bricht immer wieder in hysterisch-schrilles Gelächter aus.

Wonach schmeckt dieser rosa Glimmstängel?

Nach Menthol. Er hat mich von meiner Nikotinsucht befreit: Früher habe ich eine Schachtel Zigaretten pro Tag geraucht, jetzt bin ich total von meinem E-Stäbchen abhängig. Nicht ganz im Sinne des Erfinders, aber jeder hat schließlich sein Laster!

Sie haben sich kürzlich auf die Spuren Ihrer deutschen Wurzeln begeben und Esslingen am Neckar besucht, den Geburtsort Ihres Großvaters. Wie war’s?

Wunderbar. Ich habe dort Häuser gesehen, die 700 Jahre alt sind! So etwas gibt es bei uns in Amerika überhaupt nicht.

Können Sie sich vorstellen, eine Zeit lang im Schwabenländle zu wohnen?

Für meine dreijährige Tochter wäre das sicher ideal. Sie könnte in dieser Idylle aufwachsen, ohne ständig von Paparazzi belästigt zu werden. Die Frage ist nur, was ich dort den ganzen Tag täte. Vielleicht sollte ich einen Strickladen aufmachen?

Sprechen Sie denn ein bisschen Deutsch?

Nur eine Handvoll Worte: Guten Tag. Guten Abend. Dankescheen. Und: Spätschle! I love Spätschle!

Nun spielen Sie in der Bestsellerverfilmung „Einmal ist keinmal“ eine Kopfgeldjägerin. Was hat Sie an der Figur gereizt?

Dass sie so entspannt ist und über sich selbst lachen kann. Ich bin viel verkrampfter, nervöser und neurotischer als sie. Es hat Spaß gemacht, mein lästiges Ich abzustreifen und in die Haut dieses coolen Mädchens zu schlüpfen.

Fanden Sie es auch cool, ausnahmsweise braune Haare zu tragen?

Das war eine interessante Erfahrung. Als Brünette wirkt man auf manche Leute offenbar seriöser als eine Blondine. Eigentlich hatte ich mir die Haare für den Film nur gefärbt, um die vielen Fans der Romanserie nicht zu verprellen: In den Büchern hat die Kopfgeldjägerin braune Locken und blaue Augen. Allerdings wollte ich mir dann doch keine blauen Kontaktlinsen zumuten.

Sie haben den Film auch selbst produziert…

Ja, ich habe es sehr genossen, dass ich dadurch überall mitbestimmen durfte: beim Drehbuch, bei der Besetzung, der Wahl der Regisseurin… Nachdem die Romane so erfolgreich sind, habe ich meine große Chance gewittert: Ich dachte, wir könnten daraus eine ganze Serie von Kinofilmen machen – und damit sehr viel Geld verdienen!

Sind Sie eine gute Geschäftsfrau?

Ich nicht, aber meine Mutter: Sie ist meine Managerin und hat alle meine Verträge knallhart ausgehandelt. Meinen Status in Hollywood habe ich allein ihr zu verdanken.

Was sagt Ihre Tochter, wenn sie Sie auf Plakaten sieht?

Das scheint sie nicht sonderlich zu beeindrucken. Manchmal sagt unser Kindermädchen zu ihr: „Sieh mal, auf dem Bild ist die Mami!“ Dann verdreht sie nur die Augen und antwortet: „Schon wieder?“

Vielleicht sollten Sie ihr zuliebe mal einen Kinderfilm drehen.

Ich sage Ihnen: Ich habe die Schnauze voll von Kinderfilmen! Als kleines Mädchen war ich selbst besessen von Disney-Prinzessinnen, habe Filme wie „Die kleine Meerjungfrau“ ungefähr sechsmal pro Tag geguckt – und jetzt macht meine Tochter das genauso! Die Filme hängen mir inzwischen so zum Hals heraus, dass ich ernsthaft erwäge, die DVDs zu verstecken. Höchste Zeit, dass meine Tochter erwachsen wird!

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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