Auf dem roten Teppich: die „Toni Erdmann“-Regisseurin Maren Ade (re.) mit ihrer Hauptdarstellerin Sandra Hüller. 

Maren Ade trotzdem nicht enttäuscht

Kein Oscar: Die Scheidung von Toni Erdmann

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Die Oscar-Nominierten aus Deutschland gehen leer aus – Regisseurin Maren Ade fühlt sich trotzdem als Gewinner.

Los Angeles - Die deutschen Filmschaffenden sind bei der Oscar-Verleihung leer ausgegangen. Regisseurin Maren Ade musste sich mit ihrer Tragikomödie „Toni Erdmann“ dem iranischen Drama „The Salesman“ von Asghar Farhadi geschlagen geben. Für Farhadi war es bereits der zweite Oscar in seiner Karriere.

Regisseur Marcel Mettelsiefen konnte in der Kategorie „Dokumentarkurzfilm“ ebenfalls nicht gewinnen. Der 38-Jährige war mit seinem Werk „Watani: My Homeland“ über die Flucht einer syrischen Familie nach Deutschland nominiert. Den Oscar gewann aber „The White Helmets“ von Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara. Die Doku erzählt von freiwilligen Helfern der Weißhelme-Organisation in Syrien, die nach Bombenangriffen Opfer aus den Trümmern retten. Die Oscar-Ehrung sei ein wichtiges Symbol dafür, dass es den Academy-Mitgliedern nicht egal sei, was in Syrien passiert, betonte Natasegara in ihrer Dankesrede. Der Düsseldorfer Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka war mit der Musik für den Film „Lion“ nominiert; den Preis räumte allerdings „La La Land“ ab.

Doch die Enttäuschung dürfte sich in Grenzen halten, zumindest bei Maren Ade. Die 40-Jährige hatte zuvor auf dem roten Teppich erzählt, dass sie schon vor der Oscar-Verleihung gewonnen habe. Die Filmakademie gestalte mit ihren zahlreichen Veranstaltungen bereits im Vorfeld die Zeit derart toll, dass man „sich wie ein Gewinner fühlt“. Sie gestand: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit diesem Typ Film, den ich mache, mal für einen Oscar nominiert werde.“

Mit falschen Zähnen und Perücke: Peter Simonischek, radikal verwandelt in seiner Rolle als Kunstfigur Toni Erdmann. 

Jetzt, nach der Oscar-Verleihung, will Maren Ade aber mit ihrem Film abschließen. „Nächste Woche kommt die Scheidung von Toni Erdmann“, kündigte sie lachend an. Sie freue sich darauf, sich nun wieder anderen Projekten zu widmen. Im Interview auf dem roten Teppich bestätigte sie gegenüber ProSieben-Reporter Steven Gätjen, dass es Pläne für ein Hollywood-Remake von „Toni Erdmann“ gebe. Schon beim Dreh habe sie immer gewitzelt: „Es macht nichts, wenn es nicht perfekt ist, es wird im Remake besser werden.“ Mit der Umsetzung werde sie aber nichts zu tun haben. Für die Rolle des Toni Erdmann ist Jack Nicholson im Gespräch.

Begleitet wurde Maren Ade von ihrer Hauptdarstellerin Sandra Hüller. Peter Simonischek und sein Scherzgebiss durften nicht mit auf den roten Teppich – es sei nur eine Begleitperson erlaubt gewesen, erklärte Maren Ade.

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