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Kier Royal: Schauspieler Udo Kier hat in München den CineMerit-Preis erhalten.

CineMerit-Preis für Schauspieler

Udo Kier bei Münchner Filmfest ausgezeichnet

München - Alle kamen, um ihn zu ehren: Schauspieler Udo Kier hat beim Münchner Filmfest den CineMerit-Preis für seine Verdienste um die Filmkunst erhalten.

Es sind ja nicht nur die Augen. Diese ungewöhnlich stechenden, wasserblauen Augen, die einen genau ins Visier zu nehmen scheinen. Es sind nicht nur seine Augen, so ist Udo Kier. Wer mit dem Schauspieler spricht, kann sich dessen ungeteilter Aufmerksamkeit sicher sein. Kier, einer der wenigen Deutschen, die es in Hollywood geschafft haben, ist alles andere als abgehoben.

Das zeigt sich am Montag im Gasteig. Dort herrscht großer Auflauf – Regisseur Hermann Vaske oder Aino Laberenz-Schlingensief, Witwe von Regisseur Christoph Schlingensief, sind gekommen, um Udo Kier zu ehren. Das Münchner Filmfest zeichnet ihn mit dem CineMerit-Preis für seine Verdienste um die Filmkunst aus. Wim Wenders’ „Die Gebrüder Skladanowsky“ oder Gus Van Sants „My Private Idaho“ sind nur zwei der über 160 Filme, die Kier geprägt hat.

Schon auf dem roten Teppich gibt sich der Schauspieler volksnah. Springt komödiantisch durch den Regen von Schirm zu Schirm und drückt im Interview vor allem eines aus: Dankbarkeit. „Es ist ein besonderes Gefühl, diesen Preis zu bekommen. Gerade hier in München.“ Wenn der 69-Jährige, der zuletzt in Lars von Triers „Nymphomaniac“ zu sehen war, aus seiner Wahlheimat Los Angeles hierher kommt, schwelgt er in Erinnerungen: „Ich habe mit Fassbinder damals in Schwabing gewohnt. Wenn ich hier bin, dann kommen all die schönen Geschichten wieder zum Vorschein“, erzählt er, und die durchdringenden Augen funkeln noch ein bisschen mehr.

An diesem Abend stellt er auch seinen neuen Film vor: „Arteholic“, eine Produktion über Menschen, die die Kunst lieben. Kier ist so einer. Er war mit Andy Warhol befreundet, mit Schlingensief, Fassbinder. Regisseur Vaske erinnert sich: „Als ich ,Arteholic‘ machen wollte, habe ich mir überlegt, ob ich einen wunderbaren Schauspieler nehmen soll oder einen wunderbaren Kunstliebhaber oder einen wunderbaren Künstler. Ich konnte mich nicht entscheiden. Also nahm ich sie alle, also nahm ich Udo.“ Warum gerade ihn? „Ich traf Udo in Cannes, es war Nacht, es war am Strand. Er saß vor einer Staffelei und trug mit blanken Händen Farbe auf eine Leinwand auf. Und das alles, während alle anderen Leute verzweifelt networkten, Visitenkarten verteilten oder sich betranken. Aber dieser Mann war so konzentriert, er war geradezu besessen von der Kunst. Und ich dachte nur: Ich habe einen Arteholic gefunden.“

Natürlich ist auch Laudatorin Nicolette Krebitz voll des Lobes für ihren Kollegen: „Am Filmset kennt Udo jeden Namen jedes Teammitglieds – er lernt die Namen, noch bevor er seinen Text lernt. Und vom ersten Tag, an dem Udo da ist, hebt alles ab, und eine Reise geht los, von der man nicht weiß, wo sie hingehen wird. Alle geben beim Dreh etwas, was sie selbst von sich vorher nicht kannten.“

Sichtlich ergriffen steigt Udo Kier auf die Bühne. „Als ich von der Preisverleihung erfuhr, passierte etwas ganz Tolles: ein schönes Gefühl. Und seit der Zeit habe ich das Gefühl in meinem Körper, und es ist einfach hervorragend.“ „Danke“ sei ein wunderschönes Wort. „Und heute Abend fühle ich dieses Wort. Durch und durch.“

Katja Kraft

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