Killer im Freiluftmuseum

München - Ausgerechnet Brügge. Ausgerechnet in diesem wunderschönen, aber auch etwas betulichen Freiluftmuseum tauchen die beiden britischen Profikiller Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson) unter, nachdem sie einen Auftrag vermasselt haben.

Das ist die einfache Ausgangslage im spektakulären Spielfilmdebüt von Martin McDonagh, der auch das Drehbuch verfasst hat. Und der Mann hat ganz offenkundig seine Klassiker gelesen und verstanden.

Alles, was fortan geschehen wird (und es geschehen haarsträubende Dinge), ist völlig folgerichtig, weil es sich aus den Charakteren der beiden Protagonisten entwickelt. Da werden keine dramaturgischen Kaninchen aus dem Zylinder gezogen oder immer neue Figuren eingeführt, um künstlich Spannung zu erzeugen.

Weil McDonagh die hohe Kunst des klassischen Erzählens beherrscht, ist ihm ein durch und durch zeitgemäßer Film gelungen. Und er hat die richtigen Schauspieler ausgesucht. Farrell legt als Macho mit Talent für spontane Krisen-Eskalation eine beachtliche Tour de Force hin. Als kunstsinniger Gegenpart lässt Gleeson seinem Partner viel Raum und wirkt gerade dadurch überzeugend.

Farrell und Gleeson lassen sich vom hinterhältigen Witz des Drehbuchs nicht dazu verleiten, zynisch auf Lacher zu setzen. Ein bemerkenswerter Film, der das Zeug zu einem Klassiker des Genres hat. 

"Brügge sehen und sterben"

mit Colin Farrell

Regie: Martin McDonagh

Hervorragend

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