Wer war das Killer-Kind ?

- Man war auf einiges gefasst, als die Runde machte, dass Hideo Nakata bei "The Ring 2" Regie führen würde. Nur, dass es langweilig werden könnte, hätte man nie geglaubt. Schließlich ist Nakata für die sagenumwobene Original-"Ring"-Saga verantwortlich und gilt als Meister des japanischen Horrorfilms. Die Geschichte um ein Videoband, das den Betrachter sieben Tage nach Ansicht das Leben kostet, ist ein moderner Klassiker des Genres. Und doch ist Nakata das Hollywood-Remake seines eigenen Films zur langweiligen Grusel-Revue missraten.

<P>Der vielseitige Gore Verbinski hatte im ersten Teil aus einem fernöstlichen Schauermärchen ein düsteres Porträt grundlegender Verunsicherung geschaffen, in dem sich der Schrecken hinterhältig in den Alltag schleicht. Das Rätsel jenes Mädchens, das von seiner Mutter getötet worden war und als Racheengel Tod und Verderben bringt, wurde nie völlig aufgelöst. Es blieb die Angst vor einer unberechenbaren Gefahr, die ironischerweise aus dem Fernseher kroch. Im zweiten Teil erklärt Nakata lang und breit, wer dieses Mädchen war, warum es das tut, und je mehr er erläutert, desto mehr schwindet das Interesse. Wissen ist der Feind der Angst. Je genauer die Figur gezeichnet wird, desto vorhersehbarer wird die Handlung. Nakata versucht, das mit Schockeffekten und Tricktechnik auszugleichen, aber dies verstärkt noch den Eindruck völliger Beliebigkeit.<BR><BR>Dabei hätte der Konflikt um eine Mutter (Naomi Watts), die in ihrem Sohn (David Dorfman) die Seele des Monster-Mädchens vermutet, ein abgründiges Drama werden können. Aber mit seiner Obsession für das Killer-Kind verbaut sich Nakata diesen Weg. <BR><BR>(In München: Mathäser, Royal, Marmorhaus, Autokino, Maxx, Münchner Freiheit, Cinema i.O.)<BR><BR>"The Ring 2"<BR>mit Naomi Watts, David Dorfman<BR>Regie: Hideo Nakata<BR>Erträglich </P><P> </P>

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