Kinderbuch-Idee verwurstet

- Felix, der Stoffhase mit der karierten Schleife um den Hals und dem Wunderkoffer, ist den meisten Kindern bekannt. Bücher, Fernsehserien und Produkte von der Reisetasche bis zum Plüschtier kursieren seit Jahren in deutschen Kinderzimmern. Ein Heimspiel also, dürften sich Regisseur und Produzenten gedacht haben, wenn man ihn auch auf der Kinoleinwand auf Reisen schickt. Denn das Prinzip der "Felix"-Geschichten ist so simpel wie genial: Der Hase erlebt bei seinen Fahrten durch die Welt Abenteuer und berichtet seiner Besitzerin Sofie regelmäßig in Briefen davon, bevor sie ihn am Ende wieder glücklich in die Arme schließen darf.

<P>Aber Giuseppe Maurizio Laganà und seine Autoren John Patterson und Gabriele M. Walther haben sich bei "Felix - Ein Hase auf Weltreise" zu sehr auf den bisherigen Erfolg ihres Helden verlassen. Uninspiriert reihen sie ein Erlebnis des Hasen an das nächste, er begegnet Elfen, Trollen, Pegasus, einem Yeti, dem Ungeheuer von Loch Ness, Kapitän Nemo auf der Suche nach der versunkenen Stadt Atlantis und sogar den Nachfahren von Dracula. Ein krudes Sammelsurium aus Gestalten, das den Eindruck erweckt, krampfhaft für jeden etwas bieten zu wollen.<BR><BR>Doch die ganz kleinen unter den Zuschauern sind mit gruseligen Vampiren schnell überfordert, die größeren hingegen von niedlichen Elfen gelangweilt. Überhaupt nimmt der Versuch der Filmemacher, sich unbedingt bei den Kindern anbiedern zu wollen, diesem Trickfilm den meisten Schwung. Fantasie oder gar Poesie bleiben auf der Strecke. Und eine eigentlich niedliche Kinderbuchidee wird gnadenlos zur massenkompatiblen Fast-Food-Unterhaltung verwurstet. </P><P>(In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Leopold, Cadillac, Rio, Kino Solln.)</P><P>"Felix"<BR>Regie: Giuseppe Maurizio Laganà`<BR>Erträglich <BR></P>

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