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Öffentliche Reden vor vielen Menschen – für König George VI., der an massivem Stottern litt, ein Albtraum. Colin Firth spielt den britischen Monarchen mit schier atemberaubender Präzision.

"The King’s Speech": Ein königliches Spiel

Berlin - Der Film “The Kings's Speech“ über den stotternden britischen König George VI. erregt internationales Aufsehen. Ob der Film zu Recht für zwölf Oscars nominiert ist? Hier die Kritik und der Kinotrailer:

Der britische König Edward VIII., der 1936 nach knapp einjähriger Amtszeit auf den Thron verzichtete, weil er der zweifach geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson sexuell hörig war, ist vielen Menschen ein Begriff. Doch kaum jemand kennt die herzergreifende Geschichte seines jüngeren Bruders, der nach Edwards spektakulärer Abdankung dessen Nachfolger auf dem Thron wurde: George VI., der Ehemann von Queen Mum und Vater der amtierenden Königin Elisabeth II., war ein Monarch wider Willen. Er hatte guten Grund zu der Annahme, dass er für den majestätischen Job nicht der Geeignetste war, denn er litt unter massivem Stottern. Wie sollte ausgerechnet er sein Volk mit einer flammenden Radio-Rede auf den bevorstehenden Kampf gegen Hitler einschwören? Seine letzte verzweifelte Hoffnung: Lionel Logue, ein schrulliger Sprachtherapeut mit extrem unkonventionellen Arbeitsmethoden.

Die wichtigsten Oscar-Nominierungen

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Angelehnt an Logues Tagebuchaufzeichnungen erzählt dieser zu Recht für zwölf Oscars nominierte Film, wie der respektlose Australier dem schüchternen Windsor-Spross dabei hilft, seine Stimme und seine Bestimmung zu finden. Dank Regisseur Tom Hooper, berühmt geworden durch den TV-Zweiteiler „Elisabeth I“ mit Helen Mirren, wurde daraus kein dröger Kostümschinken und kein düsteres Behindertendrama, sondern ein berührender, spannender, wirklich witziger Wohlfühlfilm über die historisch verbürgte Freundschaft zwischen einem König und seinem weisen Hofnarren. Hooper kann sich nicht nur auf sein inszenatorisches Fingerspitzengefühl verlassen, sondern auch auf ein brillantes Drehbuch mit geschliffenen Dialogen und liebenswerten Figuren – sowie auf grandiose Schauspieler, vor deren wahrhaft royalen Leistungen wir uns nur tief verbeugen können: angefangen von Helena Bonham Carter als liebreizend-patente Queen Mum bis zu Geoffrey Rush als exzentrischer, eigensinniger Logopäde.

Doch die Krone gebührt zweifellos Colin Firth, der im vergangenen Jahr mit „A Single Man“ bei den Oscars gegen Jeff Bridges verlor, diesmal jedoch als klarer Favorit ins Rennen geht: Wie er die quälenden Selbstzweifel und die Panik des Monarchen mit jeder Faser seines Körpers spürbar macht, wie er die Sprachstörung mit atemberaubender Präzision herausarbeitet, ohne je in Effekthascherei zu verfallen oder die Figur der Lächerlichkeit preiszugeben – all das lässt den Zuschauer sprachlos vor Staunen zurück. So bietet dieses Kino-Kronjuwel rundum königliches Vergnügen im Oscar-Format.

Marco Schmidt

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