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Annie (Kristen Wiig, li.) und ihre Freundinnen, stehen Lillian (Maya Rudolph, re.) während der letzten Tage vor ihrer Hochzeit zur Seite.

"Brautalarm": Im Schatten des Traualtars

Was Männer können, beherrschen Frauen schon lange: In der originellen Komödie „Brautalarm“ laufen die Hochzeitsvorbereitungen aus dem Ruder. Sehen Sie hier den Kinotrailer und die Filmkritik.

Spätestens seit Komödien wie „Hangover“ weiß man, dass Männer vor einer Hochzeit eine ziemlich große Menge Blödsinn anstellen können. Dass ihnen die Frauen da nicht im Mindesten nachstehen, beweist jetzt die sehr originelle Komödie „Brautalarm“. Zugegeben, nicht jeder Gag glückt, der da den Mädchen in Paul Feigs Inszenierung von den Lippen perlt. Aber bei einer derart hohen Witz-pro-Minute-Dichte dürfen auch mal Blindgänger darunter sein.

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Üblicherweise dreht sich in Hochzeitsfilmen US-amerikanischer Provenienz alles um Liebe und Treue, um chronisch bindungsunwillige Herren und Damen, die seit der eigenen Geburt nichts anderes ersehnt haben, als von einem einigermaßen passablen Schnösel geehelicht zu werden. Die Drehbuchautorinnen Annie Mumolo und Kristen Wiig (bekannt aus der Comedy-Serie „Saturday Night Live“, übernahm die Hauptrolle gleich mit) widmen sich den weiblichen Befindlichkeiten im Schatten des Traualtars.

Dabei sind die Figuren allesamt sehr überzeugend ausgestaltet, die Reaktionen zwar oft heftig, aber stets plausibel. Aus der Sicht der chaotischen Annie (Wiig) wird die temporeiche Geschichte erzählt: Ihre beste Freundin Lillian (Maya Rudolph) heiratet. Annie soll Trauzeugin sein – und von diesem Moment an geht alles schief.

„Brautalarm“ versucht eine ungewöhnliche Mischung zwischen einer Liebeskomödie und teilweise sehr derbem Humor, der deutlich unterhalb der Gürtellinie zuhause ist. Solche groben Späße, wie sie hier im cremeweißen Salon der Brautmoden-Verkäuferin stattfinden, kennt man bislang nur aus fäkalhumorigen Männerfilmen. Doch eben diese Kombination ist in „Brautalarm“ über weite Strecken recht reizvoll. Erwartet hatte man den biederen, blank gescheuerten Humor von „Bridget Jones“, serviert werden dem Zuschauer – neben einer sittsam erzählten Liebesgeschichte – Furien im Satinkleidchen, die einen gediegenen Cocktailempfang mit ein paar lockeren Handgriffen in ein Schlachtfeld verwandeln können. Politisch zwar absolut nicht korrekt. Lustig ist’s trotzdem.

Ulrike Frick

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