Kino-Trailer und Kritik

Das Leben leben in "Der Sommer mit Mama"

Anna Muylaerts „Der Sommer mit Mamã“ ist eine durch und durch gelungene Komödie

Als sie im Pool steht, das Handy in der Hand, ihrer Tochter stolz verkündend, was sie gerade tut – da muss sich kein Zuschauer seiner Freudentränen schämen. Es ist eine der rührendsten Szenen dieser durch und durch gelungenen Sommerkomödie. Wer schon einmal in Brasilien war, wird doppelt Freude haben – fängt Regisseurin Anna Muylaert doch in „Der Sommer mit Mamã“, diesem bereits auf der Berlinale gefeierten Film, das Lebensgefühl und die Umbrüche ein, die in dem südamerikanischen Land gerade herrschen.

Regina Casé heißt die Darstellerin, die die Dame im Pool spielt. Eigentlich gehört Val, so der Name, hier nicht hin. Sie ist Haushälterin – und als solche fügt sie sich in ihre Rolle. Im Pool schwimmen? Mit den Herrschaften speisen? Gar Geschenke annehmen? Für Val, die in einer anderen Zeit aufgewachsen ist, undenkbar. Bis ihre Tochter Jéssica (herrlich unbedarft: Camila Márdila) hereintanzt und mit dem Optimismus der jungen Generation das Haus aufmischt. Sie nimmt sich, was sie möchte. Sie will ihr Leben leben und sich nicht von gesellschaftlichen Vorgaben bremsen lassen. Wie sie auch die Mutter mitreißt, ist anrührend und herrlich komisch. (In München: Leopold, City, Monopol, Theatiner, Kino Solln.) kjk

„Der Sommer mit Mamã“ mit Regina Casé

Regie: Anna Muylaert

Laufzeit: 110 Minuten 

Rubriklistenbild: © dpa

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