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Eine Oscar-Nominierung brachte Bryan Cranston seine Darstellung von Dalton Trumbo ein.

Unberechenbarer Künstler

Trailer zu "Trumbo" - Der Held in Hollywoods dunkler Zeit

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München - Der Film ist eine Hommage an den legendären Drehbuchautor Dalton Trumbo, der keiner Konfrontation aus dem Weg ging. Auch für Nicht-Cineasten ist diese Biografie ein Gewinn.

Filmfreaks könnte Dalton Trumbo ein Begriff sein. Für alle anderen ist es höchste Zeit, etwas über das bewegte Leben dieses ungewöhnlichen Mannes zu erfahren – und das am besten mit diesem Kino-Opus von Jay Roach. Trumbo ging keiner Konfrontation aus dem Weg, im Hollywood ab den Dreißigerjahren war er eine Ikone unter den Drehbuchautoren. Der feinsinnige Künstler, genaue Beobachter und vielseitig einsetzbare Konjunkturschreiber verfasste unter anderem die Bücher zu Stanley Kubricks „Spartacus“, Franklin J. Schaffners „Papillon“, Otto Premingers „Exodus“, zu „Kampf in den Wolken“ von Victor Fleming oder William Wylers „Ein Herz und eine Krone“. Aber Trumbo, der am liebsten beflügelt von ein paar Gläschen Hochprozentigem in der Badewanne schrieb, war auch Mitglied der Kommunistischen Partei Amerikas. Das brachte ihm während der McCarthy-Ära eine Menge Ärger ein.

Die ultrakonservative Klatschkolumnistin Hedda Hopper, in diesem Film dargestellt von Helen Mirren, sorgt nun dafür, dass Trumbo seiner provokanten Äußerungen wegen vor das „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ gezerrt wird. Dort sitzt er dann, umgeben von seinen Gesinnungsgenossen von der berüchtigten „Blacklist“, und wettert vergebens gegen die lächerliche Kommission, die ihn schließlich ins Gefängnis bringen wird. „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston hat sich mit seiner brillant zwischen allen Facetten des unberechenbaren Mannes changierenden Darstellung locker eine Oscar-Nominierung erspielt. Seinetwegen ist diese Biografie auch für Nicht-Cineasten ein Gewinn.

Cranston zeigt einen komplexen Antihelden, der sich in einer dunklen Zeit Moral und Rückgrat bewahrte. Ansonsten bietet Jay Roachs launige Mischung aus Fakten und Fiktion einen Blick auf die Goldenen Jahre der Traumfabrik mit den unzähligen dort beschäftigten Exzentrikern. ulrike frick

„Trumbo“

mit Bryan Cranston, Diane Lane Regie: Jay Roach

Laufzeit: 125 Minuten

Hervorragend

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie wenn Sie Filme über das Filmemachen mögen.

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