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Mit der Lizenz zum Überleben: Tom Cruise und Cameron Diaz auf der Flucht durch Sevilla.

Für Actionfans: „Knight & Day“

In "Knight & Day" schießen sich Tom Cruise und Cameron Diaz als Actionhelden durch die Welt. Ob sich der Kinobesuch für die beiden Hollywoodstars lohnt, lesen Sie in unserer Filmkritik.

Es ist ein trister Kinosommer für Actionfans: kein James Bond in Sicht, kein „Terminator 5“, „Stirb langsam 5“ oder „Indiana Jones 5“. Da trifft es sich gut, dass Tom Cruise sich auf seine „Mission: Impossible“-Qualitäten besinnt und mal wieder mit seinem Strahlemanngrinsen die Welt rettet. In „Knight and Day“ darf er sich als ultracooler Held fühlen: Er spielt den smarten, anscheinend unverwundbaren Spion Roy, der auch in den brenzligsten Situationen stets alles im Griff hat – einen Agenten mit der Lizenz zum Überleben.

Am Flughafen von Wichita verstrickt Roy die arglose Mechanikerin June, verkörpert von Cameron Diaz, in seine Affären: Er schmuggelt ihr eine Hochleistungsbatterie ins Gepäck, und während sie sich auf der Bordtoilette die Nase pudert, eliminiert er mal eben die Passagiere und die Besatzung. Daraufhin werden die beiden vom FBI, der CIA und dubiosen Waffenhändlern rund um den Globus gejagt. June fragt sich: Kämpft der ritterliche Roy wirklich für die gute Sache oder ist er ein paranoider Gewalttäter? Und wir fragen uns: Ist die schusselige June wirklich so unbedarft, wie sie tut?

Regisseur James Mangold, der vom Western („Todeszug nach Yuma“) über den Thriller („Identität“) bis zur Biographie („Walk the Line“) souverän die Genres gewechselt hat, mixt hier munter Elemente aus Komödie, Romanze und Actionfilm zu einem leicht verdaulichen Unterhaltungscocktail, der Jungs und Mädels gleichermaßen etwas bietet: Toms Waschbrettbauch und Camerons Bikinifigur, Kabbeleien und Schießereien, quietschende Reifen und prickelnde Dialoge. Rasant werden die Schauplätze gewechselt, von Boston geht’s über Salzburg und Sevilla bis nach Jamaika, halsbrecherisch wird über Hausdächer gerannt und durch Straßenschluchten gerast – so merkt man fast gar nicht, dass die Handlung ein hanebüchener Schmarrn ist und der Film treffenderweise „Schmus mit Cruise“ heißen müsste.

Bei den Salzburger Dreharbeiten im vergangenen Herbst hat das Hollywood-Traumpaar die Mozart-Stadt tagelang in helle Aufregung versetzt; in einer Mülltonne fand sich sogar das streng geheime Drehbuch. Wenn man den Film jetzt sieht, denkt man sich: Welches Drehbuch? Doch wer den Plausibilitätsfilter in seinem Hirn ausschaltet, kann bei diesem sinnfreien Spektakel eine Menge Spaß haben. Zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt die Chemie (obwohl sie ungefähr einen Kopf größer ist als er). Besonders erfrischend ist Miss Diaz, als man ihrer Filmfigur ein Wahrheitsserum eingeflößt hat, woraufhin sie ungefiltert alles ausspricht, was ihr gerade durch den Kopf schießt. Das würde man gern öfter sehen – auf der Leinwand wie im richtigen Leben.

von Marco Schmidt

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