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Auf dem Weg zum Erfolg: Michael Keaton als Ray Kroc, der McDonald’s zum Verkaufsschlager machte.

Geld verdirbt den Charakter

Kinofilm „The Founder“: Die Eroberung der USA

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Der verknitterte Mittfünfziger Ray Kroc (Michael Keaton) ist in den frühen Fünfzigerjahren als Vertreter von Milchshake-Maschinen quer durch die USA unterwegs.

Als ihm seine Sekretärin von einer Bestellung über 30 Apparate für einen einzigen Laden erzählt, ist Kroc fassungslos – und fährt hin. Auf den ersten Blick erkennt der clevere Geschäftsmann, was für eine Goldgrube diese eigentümlichen Gebrüder McDonald aufgebaut haben mit einem kleinen Angebot, Selbstbedienung und effizienter Abwicklung in der auf kurze Laufwege hin geplanten Küche. Kroc ist begeistert, will aber nicht selber Burger braten, sondern das Prinzip der McDonalds überall im Land bekannt machen. Sein Traum sind identische Restaurants in allen US-Städten.

Nach seinem anrührenden Film „Saving Mr. Banks“ mit Tom Hanks als Walt Disney und Emma Thompson als schmallippiger britischer „Mary Poppins“-Autorin P.L. Travers wagt sich Regisseur John Lee Hancock an eine weitere US-Ikone. Anfangs funktioniert sein Spielfilm „The Founder“ über den Aufstieg von McDonald’s sogar sehr gut. Für ein typisches Biopic gilt es bestimmte Regeln zu beachten, die hält Hancock brav ein. Da tritt Kroc zunächst noch als leicht ungelenker, geschwätziger Vertreter auf. Michael Keaton spielt ihn wunderbar. Ebenso glaubwürdig vermittelt er allerdings, wie aus dem ehrgeizigen Karrieristen mit zunehmendem Erfolg ein eiskalt berechnender Unsympath wird, der Menschen manipuliert und den harmlos-naiven McDonalds schließlich für Kleingeld ihren Namen abkauft. Das ist darstellerisch eine absolute Meisterleistung. Nur benötigt jeder Film eine Identifikationsfigur. Da es die lahmen Pingel Dick und Mac McDonald nicht sein können, konzentriert sich zu Beginn alles auf Kroc. Doch von dem Augenblick seiner offenen, unverhüllten Gier und Untreue an gerät der Film unaufhaltsam in eine verheerende Schieflage. Geld verdirbt den Charakter. Dabei zuzusehen, macht überraschend wenig Spaß.

„The Founder“

mit Michael Keaton Regie: John Lee Hancock Laufzeit: 115 Minuten

Annehmbar

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Blind Side“ mochten.

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