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Die Schauspielerinnen Katja Riemann (Luzy, l) und Claudia Eisinger (Karo) in einer Szene aus dem Film "Mängelexemplar".

Orientierungslos und überambitioniert

Kinostart "Mängelexemplar": Seele im Leerlauf

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München - Laura Lackmanns Kinoarbeit „Mängelexemplar“ ist selbst ein solches. Überambitioniert versucht sie dem schwierigen Sujet gerecht zu werden, das führt zu Leerlauf.

Das Verständnis für psychische Störungen hat zugenommen. Trotzdem bestreitet man mit derlei Krankheitsgeschichten bis heute selten einen launigen Abend. „Mängelexemplar“, der erste Roman der TV-Moderatorin Sarah Kuttner, versuchte 2009 den Spagat zwischen Humor und Heilung. Im grellen Licht der Scheinwerfer einer Kinoproduktion sieht allerdings vieles anders aus.

Das Bemühen der Regisseurin Laura Lackmann, dem schwierigen Sujet gerecht zu werden, spürt man. Lackmann findet immer wieder ungewöhnliche, treffende Bilder für die verschiedenen inneren Qualen. Aber diese Einfälle wirken bald überambitioniert. Man befindet sich zusammen mit der orientierungslosen Antiheldin Karo Herrmann in einer Art Leerlauf anstatt in einer rasanten emotionalen Achterbahnfahrt wie offensichtlich erwünscht. Claudia Eisinger spielt diese verschrobene, durchweg unsympathische Person großartig, mit Leidenschaft und Körpereinsatz. Auch der Rest des Ensembles, darunter Katja Riemann, überzeugt. Die vielen Doppelungen dagegen, die das Gezeigte nochmals auserzählen oder langatmig erklären, nerven.

„Mängelexemplar“

mit Claudia Eisinger

Regie: Laura Lackmann

Laufzeit: 111 Minuten

Annehmbar

Der Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Hedi Schneider steckt fest“ mochten.

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