Klamauk um viele Dollars

- Die Zeiten haben sich geändert: In Frank Capras Oscar-reifer Komödie "Mr. Deeds geht in die Stadt" aus dem Jahre 1936 betrug das stolze Erbe für den gutherzigen Gary Cooper noch 20 Millionen Dollar. Im modernen Remake erbt das schüchtern-naive Landei Mr. Deeds (Adam Sandler) den märchenhaften Betrag von 40 Milliarden Dollar; mehr als genug, um auf der einen Seite falsche Freunde und Betrüger anzuziehen und auf der anderen zum Medienstar zu avancieren.

<P>Auf der Jagd nach der Story ihres Lebens spielt die findige Journalistin Babe (Winona Ryder) die berühmte "Dame in Nöten" und lässt sich vom edlen Ritter Deeds retten. Das inszenierte Schauspiel ist der Beginn einer großen Liebe - in der die professionelle, kühle Blonde ihren Sinn für Romantik entdeckt, und der Alleinerbe wider Willen sein Lebensglück findet. Dass dabei noch ein paar Gauner auffliegen und in bester amerikanischer Pioniermentalität die harten Aktionäre weich gekocht werden, thematisiert ein wenig die alte Frage nach dem Stellenwert von Geld, Besitz, Macht und Liebe im menschlichen Leben.</P><P>So weit, so gut. Doch leider schoss Regisseur Steven Brill bei seiner Inszenierung von Komik weit über das Ziel hinaus. Er servierte hauptsächlich billigen Klamauk und verwechselte intelligente Überraschungen mit groben Scherzen. Eine psychologisch stimmige Führung der Schauspieler kommt zu kurz, auch die Dialoge bleiben hinter Capras spritzigem Vorbild weit zurück. Einzig der brillante Komiker John Turturro brachte der zu langatmigen und zu braven, weit vorhersehbaren Handlung in seiner Nebenrolle als loyaler, skurriler Butler einige Pluspunkte. (In München: Gloria, Maxx, Royal, Karlstor, Gabriel, Cincinnati, Cinema und Museum i. O.)</P><P>"Mr. Deeds"<BR>mit Adam Sandler, Winona Ryder<BR>Regie: Steven Brill<BR>Annehmbar </P>

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