Kochen ist Krieg

"Schnitzelparadies": - Dass es in Großküchen nicht gemütlich zugeht, kann man sich denken. So schlimm wie im "Blauen Geier" dürfte es aber nicht immer sein. Hoffentlich. Denn was der Medizinstudent und Aushilfsspüler Nordip in der Küche eines Hotelrestaurants erlebt, ist grauenerregend. Köche ohne jede Neigung zur Hygiene, liebestolle Hotelchefinnen und verblödete Kollegen.

Das Personal des Films besteht fast ausnahmslos aus skurrilen, zynischen oder vertrottelten Gestalten, und der geistesgestörte Küchenchef brüllt gerne mal "Kochen ist Krieg!" in die schwitzende Menge. Ein Glück für Nordip, dass es inmitten dieser Horrorshow noch die Bedienung Agnes (Bracha van Doesburgh) gibt...

Regisseur Martin Koolhoven hat seine schrille Satire garniert mit einer großen Portion boshafter Dialoge und Gags. Das alles richtet der Niederländer mit ein paar Slapstick-Einlagen an und serviert es mit enormem Tempo. Damit "Schnitzelparadies" nicht zur Nummernrevue verkommt, drosselt Koolhoven immer wieder rechtzeitig die Geschwindigkeit und sorgt mit der Romeo-und-Julia-Geschichte zwischen dem marokkanischen Einwanderer Nordip und der Hotelerbin Agnes, die inkognito in der Küche jobbt, für die notwendige Prise Herz.

Multikulti-Komödien gibt es inzwischen eine Menge. Die meisten sind liebenswert und tun niemandem weh. Eine so deftige wie "Schnitzelparadies" war bisher nicht darunter. Dabei hat Koolhoven das Genre nicht neu erfunden. Er hat es nur mit Hilfe arabischen Hip-Hops beschleunigt und für jede Alters- und Bildungsschicht entsprechende Gags eingebaut. Kein Wunder, dass der Film nach Khaldi Boudous Roman und dem Drehbuch Marco van Geffens die erfolgreichste holländische Produktion 2005 war. (Ab morgen in München: Monopol, Museum i.O.)

"Schnitzelparadies"

mit Mimoun Oaissa,

Bracha von Doesburgh

Regie: Martin Koolhoven

Sehenswert ****

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