Kosmisch verseucht

- Es gibt ein furchterregendes Wort, das immer zur Jahresmitte im Kino für Schrecken sorgt: Sommerfilme. Gemeint sind extrem grobschlächtige und laute Machwerke, die nach Angaben der Studios einfach nur "unterhalten" sollen. Was einen daran misstrauisch macht, ist die Tatsache, dass etwas an sich Selbstverständliches so betont wird. Schließlich sollen Filme ja immer unterhalten.

Diesen Sommer möchte uns die Comic-Verfilmung "Fantastic Four" unterhalten, und zu diesem Behufe wird mit viel Unterstützung des Computers sehr viel Kulisse zertrümmert und sich noch mehr geprügelt. Das ist alles selbst für einen "Sommerfilm" zu einfallslos inszeniert. Zumal andere Comics in der Vergangenheit demonstriert haben, dass man aus der Not eine Tugend machen und aus eindimensionalen Comic-Figuren archaische Stereotypen formen kann, die mythisch überhöht ewige Konflikte der Menschheit ausfechten.Aber bei "Fantastic Four" bastelt Regisseur Tim Story aus Versatzstücken des Blockbuster-Kinos eine lieblose Collage aus Klischees und albernen Gags. Die Handlung - sofern man die wirre Abfolge unmotivierter Szenen so nennen möchte - beginnt im All: Vier Wissenschaftler (allesamt blass: Ioan Gruffudd, Chris Evans, Jessica Alba und Michael Chiklis) werden von einer kosmischen Wolke verstrahlt und entwickeln in der Folge Superkräfte. Als sie diese in der Öffentlichkeit anwenden, werden sie zu Medien-Stars, und das ruft den Unwillen des sinistren Milliardärs von Doom (Julian McMahon) hervor, der ebenfalls kosmisch verseucht und deswegen mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet ist.Aus nicht recht einsichtigen Gründen zieht von Doom in den Krieg gegen das Quartett, das im Verbund halb New York zerstört und dafür vom Volk bejubelt wird. Sinn ergibt das keinen, aber dafür gibt es digitale Effekte zu bestaunen, die laut Produzent Bernd Eichinger erst im Jahr 2005 gut genug für eine Leinwandfassung des Comics waren. 20 Jahre hat er damit gewartet und bis auf den technischen Aspekt ist "Fantastic Four" auf dem damaligen Stand des Filmemachens stecken geblieben. Es ist 80er-Jahre-Kino der schlimmsten Sorte. Dämlichste verbale Blähungen, die gerne unter der Rubrik "coole Sprüche" geführt werden, wechseln sich mit haarsträubenden logischen Fehlern und unfreiwilliger Komik ab."Fantastic Four" ist mithin selbst für einen "Sommerfilm" ziemlich flau geraten. (In München: Mathäser, Marmorhaus, Maxx, Royal, Cinema i. O.)>> alle Filme, alle Kinos auf einen Blick bei munich online 

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